für ein schneidender Cvntrast! Ein Caplan mir ZO Tha-^ lern*) besoldet, gleich einem Dienstknechte, die ganze Lastder Seelsorge tragend, nnd alle Fnnctionen nur für denBeutel des Pfarrers verrichtend, wahrend der Pfarrer dieHände in den Schoost legt, ein Einkommen von 1000 Tha-' lern und mehr hat, sich Pferde nnd Gott weiß was alleshalt, und sich wohl thut. Was soll der Caplan mit die-sen 30 Thalcrn anfangen? Ec will sich kleiden, wie esseinem Stande geziemt, er wünscht dann und wann eingesellschaftliches Vergnügen zu genießen, er will sich Bü-' cher anschaffen, um seinen Geist fortznbilden, er har 12Jahre — dabei muß aber großer Fleiß angewendet wor-den sein — stndirt, hat seinen Eltern viel gekostet, istoft mit Hintenansctznng seiner Geschäfte unterstützt wor-den, und will nun seine Eltern unterstützen. Wie hülflos,wie erbärmlich ist die Lage eines solchen Caplans? Ist esnicht darauf angelegt, daß er an Geist und Körper ver-krüppele? Setze man nun noch den Fall, daß ein solcherCaplan krank wird, wie chedanerungswerth muß nicht seineLage sein! Kann man sich wundern, daß er die wissen-schaftliche Ausbildung unterlaßt, ja unterlassen muß, undsich auf jegliche Weise einen Lohn zu verschaffen sucht.Auch treiben die Eapläne den schändlichen Meßstipendjen-
züglich hat cr auch in geistiger Hinsicht Lcm Pfarrer seiner erstenStation viel, sehr viel zu verdanken. — kirnt innnes tn gurgtieDas schändliche, niederträchtige Betrage» mancher Pfarrerläßt sich kaum mit Worten schildern.
Ein Domherr verdient sich oft durch eine halbe Stunde körper-licher Präsenz bei einem fundirtcn Amte oder Requiem so viel. —