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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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ciiüis und speci.-^issinins ist so, wie vieles andere in derReinsten, eine reine Erfindung. Jede heilige Messewird für alle Lebenden und Abgestorbenen verrichtet undhat einen unendlichen Werth. Dies beweisen, um nur ei-nen einzigen Beweis aus den vielen herauszuhcben, nochjetzt der Meßkanou und die Meßgebete. Der Nutzen derheiligen Messe sür die Lebenden hangt davon ab, mit wel-cher Andacht sie der Messe beigewohnt, welche Vorsatzesie sür ihr Leben gefaßt haben, und wie sie darnach han-deln; keineswegs aber steht cs in der Macht des Opfer-priesters, einen davon auszuschließen, oder die Fruchtdavon einer einzelnen Person nach Willkühr z uz u st ecken.Wie übel wären dann die Armen daran, deren Vermögensich nicht so weit erstreckt, sich Seelenmessen zu stiften,oder bei Lebzciren einen Priester zu dingen, der sie in denHimmel hincinschaffe. Es ist Frevel, von dem gütigstenund gerechten Gotte nur zu vermuthen, daß er auf dieErlösung einer Seele Taren setzen und sie eher oder späterauö dem Fegfeuer entlassen werde, je nachdem mehroder weniger Bittschriften von bezahlten Priestern einlau-fen. Sei es daher, daß die einzelnen Messen nicht mehrgelesen werden, so hat ja die Seele Antheil an der allge-meinen Frucht des Meßopfers, wenn sie ja derselben nochbedürftig sein sollte. Gewiß kann Gott nicht anders, alsmit Wohlgefallen herabsehen auf einen Landesherrn, wel-cher Leute, die bisher bloß bestimmt waren, ihr Brot um-sonst zu verzehren, und wie die Drohnen im Bienenstocklebten, zu nützlichen Mitgliedern des Staats macht, und