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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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zu lesen buben. Mancher Caplan hat 200 Messen, ja nochdrüber, jährlich zu lese». Auch jetzt noch fahren die Ne-gierungen fort, Pfarrer, die unter der Congruer Einkom-men haben, mit Messen zu dolireu ja recht im eigent-lichen Sinne einen Handel zu treiben. Allein derganze Meßstipendien-Handel ist ein das Christenthumschändender Mißbrauch, der von aufgeklärten katholischenTheologen bcscufzt wird, und verewigt die Privatmesse, !die doch auch bei der fortschreitenden Cultur einer noth-wendigen Umwandlung entgegen sieht. Denn mancher !redlich gesinnte Priester würde es schwerlich über sich brin-gen, tagtäglich ans dem römischen Missale Messe zu lesen,wenn ihn das Stipendium nur nicht bände, unredlicheaber, die sich von der ehrlichen Armuth, die den so schwerersparten Pfennig selbst so nöthig hat, oder von der rei-chen Dummheit, die gern ohne selbstthätiges Christenthumiu den Himmel zu kommen sucht, genug Stipendien fürsganze Jahr zu verschaffen wissen, lesen sic doch nichtund beflecken ihr Gewissen. Beweise fürs letztere sind jaoft die vielen hundert Messen, die manche Geistliche un-gelesen bei ihrem Tode zurücklaffsn. Dies trifft beidenen nur ein, die noch so gewissenhaft waren, sie aufzu-schreibcn und vorzüglich die Neben derjenigen, die sol-che Messen zu lesen haben, indem sie ihre Unredlichkeit undihren Eigennutz zu beschönigen Grund genug finden, inder Ungerechtigkeit, wie sie sich ausdrücken, mit der manihnen solche Mcßstipendicn aufgegeben habe.

Sollte nicht der Staat das Recht haben, diese Meß-fundationen umzuwandeln, zu bessern, zu dem Staate und