ge», ja den wohlthätigsten Beruf haben, und ihn weit bes-ser, und auf eine weit beschwerlichere Weise erfüllen, alsviele katholische Geistliche, die sich mit dem mechanischenMesselesen begnügen, und die protestantischen Geistlichen,die oft ein geringeres Einkommen als die katholischen ha-ben, müssen doch auch anskommen und die Erfahrung be-weist die Möglichkeit. Wie leicht werden solche Gründeauf der Wagschale befunden, wenn man dagegen erwägtdie zu berücksichtigenden schauderhaften Folgen dieses ty-rannischen Gesetzes! Auch die wackersten, die erlenchtesten,die religiösesten erkenne» das Joch des Cölibats für das,was es ist, für ein Gebot ohne Zweck und Nutzen, anwelchem die schönsten Erwartungen ihres heiligen Berufesscheitern; — für eine Last, die sie mit Widerstrebung derErkenntniß und des Gefühls dahin schleppen. Der Jüng-ling, hingerissen von den Reizen des herrlichsten Berufes —denn Religion und Wirken für das Wohl der Menschenerfüllt die Seele mit den glühendsten Hochgefühlen — trittin Unschuld des Lebens, noch unbekannt mit den Forderun-gen des nur zu mächtigen Triebes, in den geistlichen Stand,begreift selbst noch nicht, welches Opfer er bringe, streitet,kämpft und ringt nicht für das, was ihm Religion undVernunft groß und ehrwürdig darstellen, sondern für et-was, von dem er sich nichts zn sagen weiß, als ein frem-der hierarchischer Despot, um unumschränkt über die Re-ligiogisdiencr und die Gewissen zu herrschen, hat es mirauferlegt. Wie viele fallen und kränken schmerzlich dieEhre ihrer Mitbrüder, die es gewußt haben, unter immer-währenden Kämpfen sich selbst der Ehre ihres Standes zum
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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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