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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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man bis ins dreizehnte Jahrhundert verheirathetc Priester.Auf der Svnode zu Trient wurde daS Cölibarsgcsetz aufsneue bestätigt. Aber von der Zeit her, wo der Cölibateingeführr wurde, har man auch seine natürlichen Folgengesehen. Immer tiefer und tiefer sank der Klerus in der Sit-tenlosiglcit und befleckte sich mit allen Sünden ausschweifen-der Wollust. Vom Bischof bis zum Priester und Subdiakonherab lebte alles in Unzucht, und aus dem Klagegeschrei,welches rechtschaffene Bischöfe und Concilien erhoben, daßman nicht mehr mit zwei Concublnen sich begnüge, sondernselbst mit Müttern, Schwestern und Blutsverwandten dieverdammungswürdigste Blutschande triebe *). Da alle Vor-kehrungen vergebens blieben, Bischöfe sich selbst »«gescheutüber alleEolibats-Gesetze hinwegsetzten**), so duldete manzuletzt stillschweigend die Hurerei, und suchte daraus Vor-thejl zu ziehen. Man gestattete dem Priester, seine Concu-bine zu behalten, versprach ihm unter der Hand, daß ernicht beunruhigt werden sollte, wenn er nur dem Bischöfe,oder seinem Official oder dem Archidiakon eine jährliche Tare be-

*) (lo»o. iilogunt. 888. c. 10. Metense 888. c. 5. kUime,. c.I. Itieillt. coiistit. c. 14. -Ve»I,ui»e»se 1009. o. 2.

**) Gregor X. zählt ein ganzes Sündenregister in seinemBriefe an Bischof Heinrich von Lüttich auf (t273), und wirft un-ter andern, dem Bischof vor, daß er eine Bcnedictincr-Aebtissin zurHure, und in einem Park einen ganzen Harem von Nonnen angelegt,und sich öffentlich gerühmt habe, in 22 Monaten 14 Söhne erzeugtzu haben. IloiUuin 1°. XI. ?. I. p. 980. Bischof Hcrr-

mann von Augsburg er habe Nonnen beschlafen und in der KircheEhebruch getrieben l/clolsonlci nan-tt. 12. Friedrich v. Raumer Ge-schichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit. 6. Bd. Leipzig 1825. S.235. Engel Geschichte von Ungern t. 283. Schröckh. Th. 27. S. 199.