60
zu verlassen gezwungen. Er ließ sich in N. nieder, wardBranntweinschenke, und erlaubte sich bei seinen Gasten,die ihn noch ihren Erzpricster nannten, die lasterhaftestenSpottreden über alle Gegenstände der Religion, die demKatholiken heilig und ehrwürdig sind. Welch Glauben undSitten verderbendes Unglück muß nicht dieser Mensch hierauf der Stelle, wo er früher das Evangelium des Hei-lands verkündete, angerichtet haben? Und hört! Jetzt imAlter, da er wahrscheinlich bei seiner Dirne nichts mehrzu leben hat, nimmt er die Zuflucht zu dem gewöhnlichenMittel, Gnade zu erflehen, er schmeichelt und kriecht aufhiesigem Dome, und wird aufs neue in der Seelsorge an-gestellt*). ()nis inilii clet nntegunrri irrorino viclere ec-ckssinm äei sicuv in äiedns anti^uis. 8. Uornsi-äns. —Alle Mittel frommen nicht, alles ist bloß Palliative, solange das scheusliche Cölibats-Gesetz eristirt. Doch ichwill, ehe ich einige Worte darüber verliere, kurz die Haupt-data der geschichtlichen Entwickelung des Cölibats-Gesetzesangeben. Ohnehin lehrt uns die Geschichte desselben ambesten, was davon zu halten sei.
§. 7 .
Fortsetzung.
Das Cölibat ist im Urchristenthume nicht begründet,das Evangelium verwirft nur alles unkeusche Leben in undaußer der Ehe. Die Ehe wird in der heiligen Schrift als
*) Noch eben solch eine Caricatur, die bald katholisch, bald pro-testantisch war, kennte ich anführen.