kcit, und einer humanen väterlichen Behandlung zu ver-binden wissen, müssen es verstehen, zur rechten Zeit zustrafen und zu loben, zwischen Freiheit und Beschränkungdie gehörige Mitte zu halten. — Da die theoretische Bil-dung schon ans der Universität vorangegangcn ist, so solldiese nur in Repetitionen beachtet werden, so daß diepraktische Seite deS geistlichen Amtes das Hauptaugen-merk bleibt. Katechisirkunst, Redekunst, salbungsvolle Ver-waltung der kirchlichen Heilmittel und anderer kirchlichenFunctionen, und was sonst zum Praktischen gehört, sinddie eigentlichen Gegenstände des Unterrichts im Priester-Seminar. Durch Selbstsammlung, würdevolles Gebetund erhebende Betrachtung soll hier der Jüngling sichauf den hohen Beruf vorbercitcn, des Herzens frommenSinn nähren, und tiefe Religiosität in sich pflanzen.Sodann ist nicht weniger uöthig, daß der Geist der Tä-tigkeit und das Gefühl der Achtung für den Beruf uudfür persönliche Würde hier geweckt werden, damit der jun-ge Mann im Amte nicht lässig werde, sondern bereitwil-lig seinem Berufe jedes Opfer bringe. Auch seine äußerehumane Bildung darf nicht vernachlässigt werden: er istja bestimmt, in die Welt einzutreten, um als Lehrer un-ter Menschen und für Menschen zu wirken. Daß auch dieökonomische Einrichtung eines solchen Hauses zweckmäßigsein soll, versteht sich von selbst*). Es ist hohe Zeit, hier
*) Während eben jetzt auf Staatskosten hart am Alumnate eingroßes Haus für geistliche Müßiggänger, Herz- und geistlose Bre-vicrbctcr, die Vicaric» der Domherren, gebaut wird, bleibt dasallernöthigste unberücksichtigt! —