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gewirkt und gehandelt hatten, mußten, um bei der neuenGestaltung der Dinge befördert zu werden, eine Art öffent-lichen Widerrufs ihrer frühern Meinungen ausstellen. —Die römische Politik findet man aufs genaueste enthüllt ineiner Vorstellung der von Julius IH., römischem Papste,zur Abwendung der für die päpstliche Macht drohendenGefahren niedergesetzten Commission. Es heißt darin unter-andern: „Der Decretalen, des sechsten Buches, der Cle-mentinen und der Ertravagantcn, haben wir oben Erwäh-nung gcthan, nicht aber des Decretum (Gratians): diesdarf auch nicht Wunder nehmen. Das Decretum ist eingefährliches Buch, cs verringert dein Ansehen. Unter an-dern leugnet es an vielen Stellen, der Papst könne zurLehre Christi und der Apostel auch das geringste Hinzuthun.Denn so spricht der Canon trunskorunt 24. 3 : Wel-
che etwas anderes predigen, als man von den Apostelnüberliefert erhalten hat, verwandeln die Wahrheit in Lüge.Das ist aber ein lutherischer Grundsatz. Dennwas schreien denn unsere Gegner anders, als es sei nichterlaubt, einen Finger breit abzuweichen von dem, wasdie Apostel festgesetzt haben? Aber wer wäre wohl unteruns, der nicht täglich davon abwiche? Fürwahr, nichtein Schatten der apostolischen Lehre und Disciplin ist inunserer Kirche mehr übrig, und eine ganz andere Lehre undDisciplin haben wir herbeigcführt. Möchten doch nichtso viele Vorschriften sein, die ganz etwas anderes befeh-len, als tagtäglich die Päpste und wir zu thun pflegen.(Wir reden hier in Betreff der Lehre, des Glaubens undder Sitten.) Wir werden daher über dieses Dccret einen