Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
174
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eines einzigen Jahres liefert *? Woher rührt das in lan-gen Zeiträumen sich nicht selten vollkommen gleich Bleibendeder chemischen Zusainmensczzung ** ? Die Erklärung:woher das Wasser seine Temperatur erlange, wird sich vonden Vermnthungen, über die Abkunft der Bestandteile nichttrennen lassen. Aeltere Vorstellungs-Arten sind unverträg-lich mit den Erfahrungen der Geognosie unserer Tage, odersie stehen im Widerstreite mit anerkannten Lehrsäzzen derneuern Chemie und Physik.

Die hohem Wärme - Grade solcher Quellen diemeist mit anhaltendem und beträchtlichem Aufwallen aus-strömen die Substanzen welche diese in der Regel klarefarblose Wasser aufgelöst enthalten, finden sich im Verbändemit vulkanischen Erscheinungen, sie wurden bedingt undwerden unterhalten durch vulkanische Mächte.

Die Wärme stammt nach Berzelius vom unverkiihlten,in grosser Tiefe befindlichen vulkanischen Ilerde ab. DurchAusstrahlung konnte hier die höhere Temperatur nicht ein-gebiisst werden; nur von den schlechtesten Leitern umgeben,erkaltet der Herd so sehr allmählich, dass der Grad durchihn erhizter Wasser als unveränderlicher erscheint ***. Sol-che Stellen sinken vielleicht erst nach Jahrtausenden zurmittlein Erd-Temperatur herab.War die glühende Masse

* In Karlsbad z. B. dringen aus sämmtliclicn Sprudel - Ordnungenjährlich mehr als 130,000 Zentner Ivohlen-sauren Natrons und gegen200,000 Zentner Glaubersalz hervor.

** Zwischen der IClaprot Aschen und der Berzei.iusscIicii Zerlegungdes Karlsbader Wassers liegt eine Zeit von mehr als drei Jahrzchn-den und die Resultate beider Analysen zeigen sich im Wesentlichengenau übereinstimmend.

*** Becher bestimmte 1770 die Temperatur des Karlsbader Sprudel-Wassers -f- 95° R., und genau so ergab sich dieselbe bei den vonBerzelius 1822 angcstellten Versuchen. Das Wasser des zu JuliusCaesars Zeit am Mont-Dore angelegten Bades kann vor 2000 Jah-ren nicht bedeutend wärmer gewesen seyn, als jezt. Von denQuellen zu Looryvotha in Indien wird gesagt, dass ihre Tempe-ratur bald 70°,1, bald 85°,5 Centigr. betrage.