Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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von Lavenstömen *. Selbst die Spuren solcher Erscheinun-gen aus alter Zeit zeigen sieh meist nicht bedeutend. JenerVulkan aber, der Donnerberg ** dessen Erzeugnisse weitverbreitet und durch viele denkwürdige Erscheinungen aus-gezeichnet sind, hat Ueberbleibsel von fünf Lavenströmenaufzuweisen, welche man vom Bergfusse bis zum Gipfel ver-folgen kann, jedoch nicht ohne Unterbrechung, denn stellen-weise liegen sie verborgen unter vegetativer Decke. Vomjüngsten wird das Jahr 1800 als Ausbruch-Zeit genannt unddieser Strom ist deutlicher zu erkennen. Am Berg-Gehängezeigt er sich nur ungefähr 10 Fuss breit; allein je näherdem Fusse, um desto mehr nimmt seine Breite zu, so dassderselbe stellenweise 300 Fuss und mehr misst. Er schrittauf eine Weite von etwa 1200 Fuss vor und endigt plözlichin einem 20 Fuss hohen Haufwerke von Lavenblöcken. Aufseiner Oberfläche hat der Strom die gewohnte Erscheinunggewaltsam über einander geschobener einzelner Blöcke undverschlackter Massen aufzuweisen, deren manche unvollkom-mene Ausbildung zur Säulenform zeigen. Aber Auswürf-linge, mitunter Blöcke wie kleine Felsen, lieferten die Erup-tionen, welche in den lezten zwölf Jahren auf Java eintra-ten, und die Menge derselben war so gewaltig, dass weitausgedehnte Landstriche damit überdeckt wurden.

O

Das Innere des denkwürdigen Eilandes von dessen öst-lichem Ende gegen Westen, so weit geognostische Untersu-chungen reichen, ist vorherrschend basaltisch. Ein Streifenvon Fluthland, oder von Anschwemmungen, Java der Breitenach durchziehend, scheidet die vulkanischen Gebilde ober-

* Einigen Nachrichten zu Folge soll zwar der Geltung - Gtntg, zurBergkette an (1er Südseite des Tjikurai gehörend, am 8. Oktober1822 sich gespalten und Lava ergossen haben; es dürften diese Er-güsse jedoch nur Massen von Schlamm gewesen seyn. Auch vomMerapi wird gesagt, dass er am 29. Dezember 1822 Lava ergossenhabe.

** Diess ist die Bedeutung der Javanischen Worte Gunung und Guntur.