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Über die Staatswissenschaft
Entstehung
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über die Staatswifsenschaft. 5

zugleich moralisch möglich und physisch unmöglichseyn. Ein Kind dürste einen ungerechten Angriffabwehren, kann es aber nicht.

Hingegen, wenn eine Handlung geschehensoll, so kann man nie annehmen, daß derjenige,dem dieses Sollen aufgelegt ist, diese Handlungnicht thun könne. Dieses wäre ein reiner Wi-derspruch. Wie könnte eine Handlung physischunmöglich, und doch moralisch nothwendig seyn?

Das moralisch vothwendige, das Sollen, bil-det das Gebiet der Pflicht; das moralisch mögli-che, das Gebiet des Rechts.

Sollen und Pflicht, Dürfen und Recht sindalso gleichlautend.

Beide sind Thatsachen des Bewußtseyns, diesich frühe im Menschen offenbaren, die vor demErwachen der Vernunft ihn blindlings, aber sicherleiten, die er von den ihnen anscheinend verwand-ten Thatsachen schnell und scharf unterscheidet,öfters ohne den Unterschied deutlich angeben zukönnen, und die den ewigen Urkeim der ganzenEthik enthalten.

Wenn obige Thatsachen, die in den Tiefender Seele unentwickelt niedergelegt sind, von demreflectirenden Verstand wahrgenommen, aufgefaßtund ausgesprochen werden; wenn das Bewußkseynsich selber entfaltet, und dahin gelangt, diesein ihm verborgene Schätze deutlich zu wissen;