Aphorismen
4
Willen. Die Formeln, die das Handeln aus-drücken, heißen die moralischen Gesetze.
Wirkungen müssen oder können nach denphysischen Gesehen geschehen.
Handlungen dürfen oder sollen nach den mo-ralischen Gesehen geschehen.
Das Müssen ist eine physische Nothwendig-keit. Es ist unmöglich, daß die Wirkung auS-bleibe.
Das Können ist eine physische Möglichkeit.Es ist nicht gegen die physischen Gesetze, daßeine gewisse Wirkung hervorgebracht werde.
Das Sollen ist eine moralische Nothwendig-keit. Der vernünftige Wille würde sich selbstwidersprechen, wenn er nicht ein gewisses Han-deln als nothwendig betrachtete.
Das Dürfen ist eine moralische Möglichkeit.Ein gewisses Handeln kann geschehen, ohne denmoralischen Gesehen zu widersprechen.
Eine jede Handlung, außer ihrer Beziehungauf die moralischen Gesetze, hat auch eine Be-ziehung auf die physischen. * Da das Ha idelneine gewisse Art von Wirken ist, und alles Wir-ken einen gewissen Grad von Kraft vorausseht;so kann auch ohne Kraft keine Handlung stattfinden.
Daraus folgt, daß das Dürfen nicht immerdas Können mit sich führt. Eine Handlung kann