Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

Man rechnet hichcr auch einige chemische Verbindungen, diesich beim Zusammcnmischcn erhitzen. Wenn man Schwefelsäurein Wasser gießt, so entsteht eine sehr stacke Erhöhung der Tempe-ratur, die man aus folgende Weise zu erklären pflegt"). DasWasser nimmt, indem cs sich chemisch mit der Saure verbindet,einigermaßen die Natur der Saure an, das ist, seine speeiflscheWarme geht von 1 auf l, herab; also werden von dem gesummten imWasser enthaltenen Warmcstoffe zwei Drittel frei und durch Tem-peratur-Erhöhung fühlbar. Lage nun der absolute Nullpunct derWarme 75« Eent. Gr. unter Null, so würde» 50« Wärmegrade

wenn dieser uneigentlichc Ausdruck »erstattet ist, frei, oderWarme, die ihrer Quantität nach eine Erhöhung der Temperaturvon 50U Graden bewirken könnte, erhielte hier eine freie Tätig-keit, wodurch denn allerdings die große Erhitzung erklärt würde.Aehnlichc Beispiele sind zahlreich vorhanden. Die Erhitzung desKalkes beim Löschen; die bis zum Entzünden gehende Erhitzung,wenn man gleiche Thcile conccntricte rauchende Salpetersäure undSchwefelsäure gemischt zu ebenso viel Terpentin-Oel gießt, u. s. w.

Qb aber jene Erklärung die richtige sei, scheint immer nochzweifelhaft, und Dulong und Petit behaupten geradezu, daßdie auf solche Weise entwickelten Wärmemengen gar in keinemVerhältnisse zu den Wärmecapacitätcn der gemischten Körper stehen,und daß, nachdem diese Wärme frei geworden, sich keine vermin-derte Wäcmecapacität der Mischung zeigt. Diese und ähnlicheErzeugungen von Wärme sind daher noch im höchsten Graderäthselhaft.

Man hat auch die thiccische Wärme, die allerdings durch dasAthmcn großen Thcils hcrvorgcbracht wird, aus der ungleichenEapacität des.Saucrstoffgas und des kohlensauren Gas zu erklärengesucht, sic sei nämlich der frei werdende Wärme - Uebcrschuß, denein gleiches Volumen Saucrstoffgas mehr enthalte, als ein gleichesVolumen kohlensaures Gas; aber auch diese Erklärung ist nicht sogenügend, als man anzunehmen geneigt war.

') G. G. Schmidt Hcmdb. d.-Naturl. 1826. S. 41Z.