353
strömenden Luft, die sich, wie die Chemie lehrt, mit einem Theileder atmosphärischen Luft zu Wasser verbindet, in so gleichmäßig ab-gcsctzten Zeitmomentcn crsolgen, daß daraus ein Ton hervorgehenkann. Daß diese Vibrationen sich so anordnen, wie cs dem Tone,welchen die Röhre geben kann, gemäß ist, läßt sich leicht einsehen.Das Experiment gelingt am leichtesten, wenn man die aus einerAuflösung sich entbindende brennbare Luft durch ein enges Röhrchenausströmen läßt, und sic an der Mündung entzündet, über die mandann ein Glasgcfäß oder Glasröhre mit der Hand fcsthält. Dieeinzelnen Umstände, die das Hervorgehcn des Tones befördern, —ein nicht zu weit und nicht zu wenig innerhalb der Mündung ge-wählter Ort der Flamme u. s. w. —- darf ich hier wohl übergehen.
Das Gehör-Organ. '
Das Gehör-Organ, dessen künstliche Einrichtung schon jetztunsre Aufmerksamkeit erregt, wird gewiß einst den Physikern Gele-genheit zu den interessantesten Untersuchungen und ohne Zweifel zurBewunderung seiner zweckmäßigen Anordnung geben; aber derZeitpunct scheint noch ziemlich entfernt zu sein, wo eine vollendetereEinsicht in die Gesetze der Einwirkung des Schalles auf das Ohruns berechtigen kann, über die Art der Mitwirkung jedes einzelnenTheiles auf das Hören sichere Schlüsse zu ziehen. Bis jetzt sindwir, obgleich die Anatomen uns mit der Einrichtung dcsiOhressehr genau bekannt gemacht haben, noch gar nicht im Stande, diesichere Bestimmung der einzelnen Theile des Gehör-Organes anzu-gcben, und wir wissen nicht, ob wir neue Ausschlüsse über diesenGegenstand eher von noch unbekannten, erst neu zu entdeckendenGesetzen in der Fortpflanzung des Schalles oder in der Natur derdurch denselben bewirkten Vibrationen, erwarten sollen, oder ob einegenauere Aufmerksamkeit Äif Fehler des Gehörsinns und auf diedabei vielleicht erkennbaren Mängel an den Organen uns zur Kennt-niß ihrer Thätigkeit führen werden.
Daß die äußere Erweiterung der an den Gchörgang sich an-schließenden Muschel, des äußern Ohres, dazu beitragen soll, mehrSchallstrahlen aufzunehmen und dem innern Ohre zuzuführen, istwohl gewiß; aber selbst hier schon möchte es schwer sein, anzugeben,warum das menschliche Ohr genau diese Bildung haben mußte.
l- Z