Körper in der Mitte zwischen zwei Fingern festgehalten wird. In-dem man den Glasstab so hält, nöthigt mein ihn, so zu schwingen,daß in der Mitte ein Schwingungsknotcn ruhend bleibt, und manerhalt hier als tiefsten Ton denjenigen, der um eine Octave höherist, als der tiefste Ton, den eben der Stab geben würde, wennman ihn am einen Ende fest cinspannt und dann mit einem feuch-ten Lappen nahe am andern Ende reibt. Bei diesen Längenschwin-gungcn erleidet der Stab abwechselnde Verlängerungen und Verkür-zungen und zwar in seiner ganzen Länge, wenn er am einen Endeganz fest eingcschraubt ist, oder von der Mitte ausgehend in seinerhalben Länge, wenn er in der Mitte gehalten wird. Theilt sichder Stab in mehrere Stücke ab, so daß sich mehrere Knoten bilden,so ist der Ton ein höherer.
Diese Längcntöne sind bei Körpern von verschiedener Materiehöchst verschieden, wenn auch die Länge der Stäbe gleich ist; aufdie Dicke des Stabes, die jedoch nie sehr groß werden darf, kömmtes nicht an; nimmt man aber ungleich lange, aus einerlei Materiebestehende Stäbe, so ist die Schwingungszahl für den tiefsten Tonder Länge umgekehrt proportional.
So wie eine offene Orgelpfeife den Ton giebt, welcher der Zeitgemäß ist, in welcher sich der Schall durch ihre ganze Lange fort-pflanzt, so giebt auch der Stab, in der Mitte gehalten, denjenigenLängenton, welcher der Zeit gemäß ist, die der Schall gebraucht,um sich durch die Masse des Stabes fortzupflanzen. Hier habenwir also ein Mittel um die Schnelligkeit der.Fortpflanzung desSchalles in festen Körpern zu bestimmen, denn da ein Silbcrstabeinen Längenton giebt 3 Octaven und einen ganzen Ton höher, alseine ebenso lange offene Orgelpfeife, so ergiebt sich daraus, daß derSchall sich durch das Silber ungefehr 9 mal so schnell als durch dieLuft fortpflanzt, weil der Ton, welchen der Silberstab giebt, 9 Vi-brationen macht, wahrend die Luftsäule eine macht. Man kanndaher nach Chladni's Bestimmung sagen, daß der Schall sich imSilber in 1 Sccunde durch 9210 Fuß, im Glase in 1 Secundedurch 17460 Fuß fortpflanzt. Hiernach muß ein Glasstab von6 Fuß Länge 2910 Schwingungen in 1 Secunde machen und den
Ton üs ungefehr angcben, und ein Glasstab von 2'^ Fuß Länge wird