den. Ein solcher Theil 6L der Röhre ist daher, als eine an bei-den Enden offenen Pfeife anzufchen, und cs erhellt leicht, daß sichhier die Lnstwelle entweder so bilden kann, daß in K ein einzigerruhender Punct ist, oder daß zwei ruhende Puncte auf ein Viertelvon jedem Ende liegen, wahrend in der Mitte sich ein Punct un-veränderlicher Dichtigkeit findet, oder so daß es drei ruhende Punctegiebt, die auf ein Sechstel, drei Sechstel, fünf Sechstel der Langeliegen; oder vier ruhende Puncte auf ein Achtel, drei Achtel, fünfAchtel, sieben Achtel vom einen Ende. — Die verschiedenen Töne,die sich dann ergeben, sind: erstlich der Grundtpn, dessen Schwin-gungszeit so groß ist, als der Schall gebraucht, um sich durch dieeine Halste hin und zurück zu bewegen, oder eine, Entfernung, derLänge der ganzen offenen Pfeife gleich, zu durchlaufen; zweitensdie Octave des Grundtons, nämlich der Schwingungszeit ent-sprechend, die der Schall nöthig hat, um das eine Viertel hinund zurück zu durchlaufen; drittens die Octave der Quinte, alsdem Drittel der Länge, oder dem hin und her durchlaufenenSechstel entsprechend; viertens die doppelte Octave; fünftens diedoppelte Octave der großen Terze des Grundtons; sechstens diedoppelte Octave der Quinte und so weiter.
Die Erfahrung bestätiget diese Schlüffe der Hauptsache nachganz vollkommen. Wenn man zwei gleich lange Pfeifen, die eineam Ende geschlossen, die andre offen, anblast, so ist der Grund-ton jener um eine Octave tiefer, und jene kann nicht die nächsthöhere Octave, wohl aber die Octave der Quinte und so ferner,angeben. Die offene 32fußige Orgelpfeife giebt das sogenannte32fußige6, welches zwei Octavcn tiefer liegt, als der unter demNamen des großen 6 auf dem Elavier bekannte Ton; —- ebendenselben, den die I vsußige geschlossene Pfeife giebt.
Die Uebcrcinstimmung der Erfahrung mit der Theorie-istdesto genauer, je weniger die Weite der Röhre erheblich in Ver-gleichung gegen die Länge ist; bei Röhren, die ziemlich kurz, einennicht viel geringeren Durchmesser haben, als ihre Länge, tretenAbweichungen ein. Savart's hierüber angestcllte Versuche zeigen,
daß für den Ton der bei 0" Wärme hervorgeht, wenn die Luft-säule 172^-Linien lang ist, eine Länge von 170 Linien erforderlich