Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
281
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nicht auf unser Ohr allein, sondern auf unser Gemüth macht, überden ihr eignen Ausdruck von heiterer oder fröhlicher, von ernsteroder trauriger Empfindung, über die Mittheilung von Begriffenund Empfindungen durch die Sprache, kurz über die ganze Einwir-kung dieser hörbaren Töne auf unsre geistige Thätigkeit geben kön-nen, so enthalten sie doch, selbst in ihren bloß mechanischen Bezie-hungen, so viel Unerwartetes, zeigen uns zwischen den mechanischenBestimmungen der Töne und dem Wohlgefallen oder Misfallcn, dasunser Ohr daran findet, eine so sicher begründete Ucbereinstimmung,daß man kein Bedenken tragen darf, die Acustik, die Lehre vomSchalle, als einen der schönsten Theile der Naturlehre zu empfehlen.

Daß wir unter Schall jede Einwirkung auf unser Gehör ver-stehen, ist bekannt, und ebenso bekannt sind die vielen Worte, durchwelche wir verschiedene Arten des Schalles, oder die Ungleichheit desEindruckes, den er auf unser Ohr macht, bezeichnen. Das allge-meinste darunter ist das Wort Schall, welches alle andere in sichschließt; von den andern will ich nur einige zu erklären suchen. Ge-räusch ist ein zwar längere Zeit fortwährender, aber nicht dieEmpfindung einer Gleichartigkeit in seiner ganzen Dauer gebenderSchall; der Ton hingegen hat diese Gleichartigkeit. Wir gebenaber der Abwechselung mehrerer Töne nicht den Namen eines Ge-räusches, weil unser Ohr fein genug hört, um selbst in dem schnellenWechsel der Töne die Reinheit des Tones, das ist den gleichartigenEindruck während der sehr kurzen Zeit der Dauer eines Tones,zu bemerken. Zm Klange ist allemal die Empfindung von Ton,und selbst die Mischung mehrerer Töne kann darin merkbar sein.Vom Klange zum bloßen Geräusch findet ein Ucbergang statt, undin dem Geräusche kann ein dumpfer Klang erkennbar werden, ohneZweifel dann, wenn unter den einzelnen Schall-Erregungen einigegleichförmig dauernd mit andern, selbst in den kleinsten Zeitmomen-tcn ungleichartigen gemischt sind. Daß wir unter Knall einen sehrkurz abgebrochenen und dabei sehr lauten Schall verstehen, daß imGeklapper eine gewisse gleichförmige Wiederkehr gleichartigen Ge-räusches merklich ist, daß der Donner in einem durch verschiedeneGrade der Stärke abnehmenden und wieder zunehmenden dumpfenoder tiefen Schalle besteht, daß das Sausen und Zischen ein gleich-förmiger Schall ist, der aber so wie bas schwirrende Getön, welches