Bei der zweiten Art von Luftballons macht die Entwickelungeiner so großen Menge brennbarer Lust zwar eine sehr bedeutendeund viele Zeit kostende Arbeit, aber man hat dann auch eine sehransehnliche Steigekraft ohne andre Gefahren, als diejenigen sind,denen man bei jeder Luftschifffahrt allemal ausgesctzt ist. Man be-dient sich zu diesen Ballons sehr leichter Seidenzeuge, die durch Fir-niß gegen den Verlust der Lust beinahe völlig gesichert sind. Diesebrennbare Luft, die man hier nie als ganz ungemischt in den Ballongelangend arischen kann, läßt sich doch immer als nur ^ des Ge-wichtes der atmosphärischen Lust habend ansehen. Ein Ballon,dessen großer Durchmesser 3» Fuß, der kleinere 25 Fuß wäre, wiecs bei Garneri n's Ballon der Fall war, hatte 10400 CubicfußInhalt und triebe also in der untern Luft ungcfehr 950 Pfund Luftaus der Stelle; die brennbare Lust, die ihn stillt, würde etwa160 Pfund wiegen, die Umhüllung des Ballons 70 Pfund, dieSeile mit dem Schiffchen 200 Pfund; also hat der 950 Pfund be-tragende, hinaufwärts gerichtete Luftdruck ungcfehr 43Ä Pfund zutragen, und es kann noch eine bedeutende Belastung statt finden.Betrüge diese, etwa indem 2 Menschen das Schiffchen bestiegen,300 Pfund, so behielte der Ballon noch 220 Pfund Steigekrast,und könnte mit einer Geschwindigkeit von 7 oder 8 Fuß in der Se-kunde zu steigen anfangen. .Nach Beobachtungen, die man in an-dern Fällen über das Steigen der Luftballe angcstcllt hat, betrugdie Geschwindigkeit 10 Fuß in der Secunde, so daß der Ballon in7 Minuten 4000 Fuß Höhe erreichte.
Indem der Ballon höher steigt, erreicht er eine dünnere, weni-ger drückende Luft; war er also schon unten vollkommen gefüllt, sowird die Elasticität der innern Luft ihn in größerer Höhe stark aus-spanncn und zu zersprengen drohen; der Luftschiffcr muß daher mitHülfe eines am Ballon angebrachten Ventils, das er mit einemSeile regiert, etwas Lust ausströmen lassen, und auf diese Weiseerhält sich das Verhältnis des Gewichts der innern Luft und der ausder Stelle getriebenen äußern ziemlich ungeandert; aber da jenesowohl als diese in größer» Höhen dünner ist, so nimmt die Steige-kcaft des Ballons immer mehr ab. Hat zum Beispiel der Ballondie Höhe 8000 Fuß erreicht; wo die Dichtigkeit der Luft noch etwaH der unten statt findenden Dichtigkeit ist, so treibt der Ballon noch
S 2