Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
274
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Schauspiel, ein Schiffchen mit Menschen in den anscheinend leerenRaum hinausstcigcn zu sehen, mit Erstaunen anschcn; wen solltenicht die unerhörte Kühnheit, sich über Berge und Wolken in di»Lust zu erheben, die Vorstellung von den Gefahren, denen sich derLustschiffcr ausseht, zur Bewunderung aussordern, und wie mußteder Gedanke an die erhabenen Empfindungen, die einen tiefer füh-lenden Menschen ergreifen müßten, wenn er so, alles Irdische untersich zurücklasscnd, gleichsam den Sternen zueilt, die Gemüthcr derZuschauer beschäftigen; wie mußte da jeder, nach der ihm cigcn-thümlichen Art zu denken und zu empfinden, zur Bewunderung,zur theilnehmendcn Besorgnis, zum freudigen Erstaunen über disKraft der Wissenschaft und des menschlichen Geistes, dem nichtsunmöglich ist, hingezogen werden! Damals benutzte Blanchard,spater Garne rin und Andre diese Stimmung öfter und zeigten sichin zahlreichen Luftreifen; jetzt ist die Wiederholung dieses schönenSchauspiels seltener geworden.

Um aber unsre wissenschaftliche Betrachtung des Gegenstandeszu verfolgen, wollen wir jetzt fragen, welche Last kann denn einBallon von gegebner Größe heben, welche Höhen kann er erreichenund was für Mittel giebt cs, um sein Steigen und Sinken zu re-gieren ? Die erste Frage will ich zuerst kurz in Beziehung auf disbloß durch Erwarmung der Luft aufsteigendcn Aörostaten beantwor-ten. Wenn hier eine Kugel von ungefehr 50 Fuß Durchmesser,also etwa 66000 Cubicfuß Inhalt eine Stcigekraft von 600 Pfunderhalten sollte, so mußte die im Innern enthaltene Luft 600 Pfundweniger wiegen, als die aus der Stelle getriebene atmosphärischeLust; die letztere aber wiegt, 11 Cubicfuß auf 1 Pfund gerechnet,6000 Pfund, jene muß daher nur 5400 Pfund wiegen oder derDichtigkeit der natürlichen Luft haben, und dazu müßte sie 21 Rcanm.Grade warmer sein, als die umgebende Luft. Bei dieser Größewäre es also nicht schwierig, eine noch viel erheblichere Stcigekraftzu erhalten, und obgleich in großem Höhen die wenigere Dichtigkeitder äußern Luft die Steigekraft vermindert, so liegt doch nicht darin,sondern in der Gefahr, die ein Feuer zum Erhitzen der Luft allemalmit sich hringt, der Hauptgrund, warum man in spätem Zeitennicht gern mehr Gebrauch von dieser Art, den Luftball zum Steigenzu bringen, gemacht hat.