Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
257
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Zehntel der natürlichen Dichtigkeit gebracht ist, so übt doch die äu-ßere Lust auf jeden Quadratzoll 13^ Pfund Druck mehr als dieinnere aus, und wenn die Oeffnung 4 Quadratzolle beträgt, somüßte unsre Hand 24 Pfunde heben, wozu sie nicht im Stande ist.Das Hcrvordrängcn des Blutes in die Gefäße der Haut, welchesbeim Schröpfen aus ähnlichen Gründen noch auffallender statt fin-det, ist eine Folge der Elasticität der im Innern des Körpers ent-haltenen Lust, welche sich gegen die Oberfläche, die jetzt wenigerDruck leidet, hervordrangt. Man hat dieses Hervordrängcn desBlutes an den Stellen, wo der Druck der Luft auf die Haut weg-gehoben ist, als ein Mittel, das Eist aus Wunden (z. B. beimBisse giftiger Thiere) fortzuschaffcn, angewandt, und es läßt sichwohl übersehen, daß dieses wirksamer als ein gewöhnliches Aus-saugcn sein muß, wenn es früh genug geschieht. Einen ähnlichenErfolg des verminderten Luftdruckes leiden diejenigen, welche sehrhohe Berge ersteigen, indem sie theils ein Herandrängen des Bluteszu den feinen Aedcrchen des Auges und dadurch einige Entzündungdes Auges empfinden, theils einen Druck im Ohre fühlen, welchervon der im Innern des Ohres enthaltenen Luft hcrrührt, die nichtso schnell sich mit der äußern Lust ins Gleichgewicht setzen kann.

Dieses Hervordringen der Luft aus dem Innern der Körperzeigt sich unter der Luftpumpe noch bei zahlreichen andern Experi-menten. Wenn man Holz, das an der Luft ausgetrocknct ist,durch ein daran befestigtes Gewicht unter Wasser erhält, und csso im Wasser unter die Glocke der Luftpumpe bringt, so gehen zahl-reiche Luftblasen daraus hervor, sobald man die Luft unter derGlocke verdünnt. Laßt man, nachdem dies einige Zeit fortgesetzt ist,die Lust wieder zu, so füllen sich die vorhin luftvollen Poren desHolzes mit Wasser. Man hat ein diesem Experimente ähnlichesVerfahren angewandt, um Tuche beim Färben recht vollkommendurchzufärben. Legt man nämlich das Tuch in die färbende Flüs-sigkeit und bringt es so untcrgetaucht in den luftleeren Raum, soentwickelt sich alle im Tuche enthaltene Luft, und nach Hinzulas-sung der Luft drängt sich die Flüssigkeit in alle Zwischenräume, wohinsic sonst nicht so leicht gedrungen wäre.

Selbst reines Wasser, wenn es nicht etwa kurz vor dem Ver-suche ausgekocht ist, enthält viel Lust, die man in immer gcößern

l. R