23 >
und tiefsten Stande kömmt daher, weil die sehr hohen Barometer-stände nicht so schnell vorübergehend sind, als die sehr tiefen Baro-meterstände. Auch das ist sehr merkwürdig, daß der mittlere Luft-druck an der Oberfläche des Meeres nicht überall gleich ist. Kru-se nstcrn führt eine Gegend an der Küste des südlichen Americaan, wo er immer niedrigen Barometerstand fand; aber noch sichererbegründet ist Therstenscn's Behauptung, daß in Island diemittlere Barometerhöhe wenigstens 3 Linien niedriger ist, als anden Küsten Deutschlands, Frankreichs u. s. w. —- Ein Umstand,den man aus den über das Atlantische Meer von Süden nachNorden gehenden Luftströmungen vielleicht erklären kann, überdessen wahre Ursache aber doch immer noch viele Unsicherheit übrigbleibt.
Zu diesen meteorologischen Beobachtungen, bei denen ich fürch-ten müßte zu lange zu verweilen, wenn ich nicht darauf rechnendürste, daß sie zu den anziehendsten Anwendungen der Lehren, wo-mit wir uns hier eigentlich beschäftigen, gehören, füge ich nur nocheine kurze Bemerkung über den Einfluß der Winde auf das Höhen-messen mit dem Barometer. Wenn die beiden Orte, wo man be-obachtet, mehrere Meilen von einander entfernt liegen, so kann manannehmen, daß das Barometer an dem Orte, wo der Wind her-kömmt, etwas zu hoch steht, in Vergleichung gegen den andern.Ist daher der höher liegende Ort zugleich der, von welchem derWind hcrkömmt, so findet man seine Höhe aus der Berechnungdes Barometers etwas zu geringe; liegt der höhere Ort da, wo derWind hin geht, so findet man den berechneten Höhen-Unterschiedgrößer, als er wirklich ist. Eine Berechnung von beinahe 40V aufdem Gotthard, in Genf und in Padua angestelltcn Beobachtungenhat mir gezeigt, daß die Höhe des Gotthard bei Nordwestwind88 Fuß zu groß über Genf, und 48 Fuß zu klein über Padua ge-funden ward, und daß bei stürmischen Nordwestwinden der mittlereUnterschied sogar dort 98, hier 74 Fuß betrug; bei Südost-Süd-und Südwestwinden ward dagegen jene Höhe etwa kV Fuß zu klein,diese 17 Fuß zu groß gefunden *).
') Beiträge zur Witterungskuiidc. S. 229.