Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

2 >8

von einander entfernt, aber in ungleicher Höhe liegen, bleibteine Unsicherheit in der Bestimmung übrig, weil wir nicht immerdie Warme der ganzen Luftsäule genau kennen. Wenn wir dieWarme am Fuße des Berges 12 Grad und an seinem Gipfel8 Grad finden, so nehmen wir 10 Grad als die Warme derganzen Luftsäule an; aber etwas genauer angestelltc Beobach-tungen zeigen, daß diese Bestimmung des Mittels oft sehr be-deutend fehlerhaft ist. In den Mittagsstunden erwärmt bei hei-terem Wetter der Boden sich so sehr, daß nahe an der Erde einegroße Erhitzung bemerkt wird, die in Höhen von einigen hundertFuß von der Erde ganz aufhört; denken wir daran nicht, daßdiese Wärme nur auf den untersten Thcil der Luftsäule einge-schränkt ist, und lassen uns dadurch verleiten, die ganze Luft-säule als um 1 Grad zu warm anzuschcn, so berechnen wir einenBerg von 2130 Fuß um 10 Fuß zu hoch. Einen noch auffallendemIrrthum begeht man leicht um die Zeit des Sonnen-Untergangsnach heißen Tagen oder um die Zeit des Sonnen-Aufgangs nachheitern, stillen Sommernächten. Wenn am Tage die Erwärmungdes Bodens sehr groß war, und dadurch auch die Luft bis zu 100oder 200 Fuß Höhe bedeutend durchwärmt ist, so findet manAbends bei Sonnen-Untergang die Luft in 100 Fuß Höhe langenicht so abgekühlt, wie am Boden oder in 3 bis 4 Fuß Höhe.Beobachtet man nun das Thermometer in 3 oder 4 Fuß Höheund in 4000 Fuß Höhe, so wird man das erstere vielleicht auf10 Grad, die Wärme in der Höhe dagegen, wo cs immer kaltist, nur 4 Grad finden; aber zwischen beiden Standpunkten kannes eine Gegend geben, wo cs 12 oder 13 Grad warm wäre,so daß wir statt 7 Grad Mittelwärme, wenigstens 8, vielleichti) Gr. hätten annehmen müssen; in solchen Fällen ist die wärmereLuftsäule länger, als wir sie berechnen, wir finden die Höhe desBerges zu niedrig, und dieser Unterschied wird oft so erheblich,daß man die am späten Abend, oder Morgens vor Sonnen-Aufgang gemachten Beobachtungen, als viel zu geringe Höhengebend, ganz unbrauchbar gefunden hat. Diesem Fehler weichtman am besten aus, wenn man die Beobachtungen in den mitt-leren Vormittagsstunden, von 8 bis 10 Uhr, oder in den MittlernNachmittagsstunden, im Sommer um 4 oder 5 Uhr anstcllt,