Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
167
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Artesische Brunnen.

Dis natürlichen Springbrunnen hängen oft gewiß von andernUmständen, vom Drucke einer eingefchlossencn Lust oder entwickel-ter Dampfe ab; bei den gewöhnlichen Brunnen und den meistenaus der Erde hcrvorsprudelndcn Quellen sind wir dagegen gewohnt,anzuucbmcn, daß sie bloß dem Drucke eines höher stehenden Was-sers ihren Ursprung verdanken. Daß dies bei den am Fuße oderAbhänge eines Berges entspringenden Quellen der Fall ist, daß zuihnen hin die durch Regen und durch die auf den Gipfeln der Bergeliegenden Wolken dem Boden mitgctheilten Wasser sich fortziehen,leidet keinen Zweifel, und man hat daher mit Recht die ehemals zu-weilen Vertheidigte Theorie, daß das Wasser im Innern der Erdeherausgetricben werde, ausgegeben, oder vielmehr anerkannt, daßsie nur als seltene Ausnahme, vorzüglich bei heißen Quellen, stattfindet. Aber dennoch scheinen einige neuerlich bekannt gewordenePhänomene fast die Sicherheit, daß jene Ursache das Entstehender Quellen erkläre, zu erschüttern. Man hat nämlich in derneuesten Zeit viel von den auffallenden Erscheinungen erzählt,welche die gebohrten Brunnen darbieten, die man artesische Brun-nen nennt, weil sie in der Provinz Artois in früherer Zeitmehr als anderswo ausgeführt sein sollen. Wenn man nämlich mitdem Erd - und Steinbohrer die Steinschichtcn bis zu erheblicherTiefe durchbricht, dabei aber zugleich das gebohrte Loch mit einerimmer tiefer gesenkten Röhre umgiebk, um den Zudrang der ho-hem, unreinen Gewässer abzuhalten, so kömmt man sehr oft inTiefen von hundert Fuß oder 200, 300 Fuß, auf eine so mäch-tige Quelle, daß sich nicht allein das ganze gebohrte Loch bis obenmit Wasser füllt, sondern zuweilen sogar das Wasser mit großerGewalt über dem Boden hervorspringt. Man erzählt die auffal-lendsten Beispiele von der Reichhaltigkeit dieser Quellen und vonder Gewalt, mit welcher das Wasser zuweilen hcrvordringt, so daßman seinen, den Umgebungen nachtheiligen Ucbcrfluß kaum mitGewalt zurückzuhalten im Stande war. Da cs sehr ausgedehnteGegenden, namentlich in Frankreich, England, Ober-Italien, gicbt, wo man bei gehörig tiefem Bohren fast sicherendlich auf solche Quellen kömmt, so waren einige Schriftsteller