Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
152
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Der menschliche Körper ist in der Regel, so lange er von der cinge-eithmctcn Lust nichts von sich läßt, etwas leichter als Wasser undnach Robertson's Bestimmung *) gicbt es Menschen, die wenigüber vier Fünftel des Wassers, welches sie aus der Stelle treiben,wiegen. Die meisten Menschen sinken also nicht ganz unter, wennsie sich ohne alle Anstrengung den Einwirkungen der Schwere über-lassen , aber sorgfältig sich hüten, ja kein Wasser zu verschlucken;im Scewasser, welches etwas schwerer als süßes Wasser ist, bleibtein noch größerer Thcil des Körpers über dem Wasser. Daß den-noch der Mensch sich nur mit Mühe gegen das Ertrinken sichert,rührt thcils davon her, daß er nicht ganz im Stande ist, das Ein-dringen des Wassers durch Mund und Nase, wenn diese einmaluntergctaucht sind, zu hindern, und daß Mangel an Geistesgegen-wart ihn oft unfähig macht, das Einschlucken von Wasser, dem erwiderstehen könnte, zu wehren, theils ist es Folgenachtheiliger Be-mühungen, wozu Mangel an Ueberlcgung und Mangel an richtigerEinsicht ihn antrcibt. Wir strecken gern unsre Arme nach Hülfeaus, und so glaubt auch der ins Wasser Gefallene die Arme hervor-strccken zu müssen; aber da immer nur ein geringer Theil (bei denmeisten Menschen lange kein Zehntel) des Körpers außer dem Was-ser bleiben kann, so sinkt unfehlbar der Kopf ins Wasser, wenn mandie Arme herausstrcckt, und jedes Hcrvorheben eines andern Theilesvergrößert die Gefahr des Ertrinkens. Hierin liegt ein Grund,warum bei plötzlichen Ucberschwemmungen zuweilen Kinder lebendans Land geschwemmt werden, während Erwachsene, die sich zuhelfen suchen, umkommcn; jene nämlich schaden sich wenigstensnicht durch unrichtige, in der Angst angewandte Rettungsmittel.Nicholson erzählt, daß man einen ins Meer gefallenen Matrosen,der nicht schwimmen konnte, und dem man erst nach einiger Zeit,nach Vorbereitung des Bootes, zu Hülfe kommen konnte, einzigdadurch gerettet habe, daß man ihm von Zeit zu Zeit mit demSprachrohre zurief, die Hände unter Wasser zu halten. Hierinalso besieht der Theil der Schwimmkunst, der bloß das Schwim-mend-Erhalten, das Vermeiden, daß der Körper nicht durch einge-schlucktes Wasser schwerer als Wasser werde, betrifft. Der zweite

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