146
geneigten Drucke findet sich, bei der Zerlegung in einen vertikalenund in einen horizontulen Druck, der vertical aufwärts gerichtetegenau dem Gewichte der Wassersäule de du gleich, die über »dstehen würde, wenn der ganze Eylinder LI'68 mit Wasser gefülltwäre, und der Druck auf tz dem Gewichte der ganzen Wassersäule,1«Obgleich; beide streben einander entgegen und würden das Ge-fäß, wenn cs schwach genug wäre, zersprengen; aber wer das ganze,binreichend feste Gefäß hält, empfindet nur den aus der Differenzbeider hervorgchendcn Druck, oder in Beziehung auf alle ähnlicheWassersäulen gesprochen, hat er das Gewicht aller dieser Wassersäu-len zu tragen.
Und eben hierin liegt denn auch der Aufschluß über eineähnliche Ungleichheit im Seitendrucke. Wenn die Wand L 8(8,^. 84.) viel größer als die gegenübcrstehendc 61) ist, so leidetfreilich -V 8 einen großem Druck, aber der bei der Zerlegung hecvor-gehendc horizontale Druck ist so groß für L 8 als für 61), und dasGefäß zeigt daher kein Bestreben nach horizontaler Richtung fortzu-rücken, so lange alle Wände des Gefäßes fest vereinigt bleiben, oderdas Gefäß nicht zersprengt wird.
Eben diefes bisher betrachtete Paradoxon, wie man es so oftgenannt hat, findet sich in vielen einzelnen Phänomenen wieder.Wenn man den weiten Schenkel L8 (I'iA. 85.) der Röhre L8 6I),deren enger Schenkel 6 v sehr hoch ist, mit Blase fest zubindet unddiese Blase mit großen Gewichten beschwert, so wird dennoch, nach-dem 6 0 bis oben gefüllt ist, die Blase stark nach außen gedrängtund das aufgelegte Gewicht gehoben werden, .obgleich die in 61)drückende Wassermenge sehr geringe ist. Wäre 61) so eng, daß ihrQuerschnitt nur 1 Quadratzoll betrüge, so faßt sic, selbst bei 10 FußHöhe nur etwa 5 Pfund Wasser; ist dagegen 4c 8 einen Quadrat-fuß groß und das Wasser steht in 6 10 Fuß höher als in L8, soleidet die Oberfläche L8 einen Druck von 700 Pfunden, den jene5 Pfunde ausüben. Ein andrer Versuch ist fast noch auffallender.Man stelle das cvlindrischc Gefäß L 8 (kig. 86.) auf eine Waage-schale oder verbinde es mit dem Ende des Waagebalkens LI), gießenur wenig Wasser hinein und bringe alles ins Gleichgewicht. Nunstelle man die Waage so auf, daß sie sich vertical unter dem solidenEvlinder 61) befinde, der an einem festen Fuße L so befestigt ist,