Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
29
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sie einmal erlangt hat: so muß ich mich hier begnügen, nur zusagen, daß wir uns wenigstens vorstcllen können, die Beschleuni-gung, die Zunahme der Geschwindigkeit, höre plötzlich auf, undder Körper gehe mit dieser erlangten Geschwindigkeit fort; dannwürden wir diese grade in dem Augenblicke erlangte Geschwindigkeitunmittelbar kennen lernen. Wo dies nicht der Fall ist, da könntenwir allenfalls auf andre Mittel denken, um diese, in einem be-stimmten Augenblicke statt findende Geschwindigkeit kennen zu ler-nen, die sich jedoch erst in der ^olge auf eine recht angemesseneWeise darbieten. Diese Ungleichförmigkeit der Geschwindigkeit kanneben so gut in einer allmähligcn Abnahme der Geschwindigkeit be-stehen, wie wir es an Kugeln, die über einer rauhen Flache Hin-rollen, sehen, und eine solche Bewegung heißt eine retardirtc,langsamer werdende, statt daß die vorhin betrachtete, accelerirt,oder beschleunigt, heißt.

Kraft. Trägheit.

Bei der Betrachtung jeder Bewegung bietet sich ferner als eineder wichtigsten Fragen die Frage dar, welche Ursache denn diese Be-wegung bewirke, welche Ursache die Geschwindigkeit vermehre odervermindre, oder die entstandene Bewegung wieder aufhebe? Wirnennen diese Ursache der Bewegung eine Kraft, und die Mccha-n i k oder Bewegungslehre soll uns daher auch über die KräfteBelehrung gewahren. Wenn ein bis dahin ruhender Körper anfängt,sich zu bewegen, so setzen wir eine Kraft, welche diese Veränderungjn dem Zustande des Körpers bewirkte, als nothwendig, voraus,und obgleich wir diese Kraft selbst nur aus ihrer Wirkung kennenlernen, so legen wir doch der einen Kraft eine andre Größe, als derandern, bei, und bestimmen die Große der Kraft, welche Bewe-gung hervorbringt, aus der Geschwindigkeit, welche sie, eine be-stimmte Zeit durch wirkend, zur Folge hat. Aber so wie keine Be-wegung entstehen kann, ohne eine Kraft, wodurch sie hervorgebrachtwird, so kann auch keine Aenderung der Bewegung ohne Einwir-kung einer Kraft eintreten, oder mit andern Worten, die einmalentstandene Bewegung dauert in gleicher Richtung und mit gleicherGeschwindigkeit fort, wenn nicht eine neue Kraft einwirkt. Auchdiese Behauptung scheint keines Beweises zu bedürfen; denn wenn