236
sucht zu entsagen, unser» Leib und die siuulichcuOrgane zu vergessen, unsere Freuden an den Geistzu knüpfen, und alle unsere Neigungen ans dasEine höchste Wesen zu richten, welches geistigAlles und Jedes dnrchdringt. Und daß wir fä-hig sind, uns selbst eine, wenn schon unvollkom-mene Idee, sogar von dem unendlichen Geistezu bilden, befestigt die Annahme von unserereigenen Unsterblichkeit und von der bestimmtenBeziehung, in welcher unsere endliche Kenntnißzu der ewigen Weisheit steht.
Philalethes. Ich bin erfreut, über IhreAnsichten. Sie fallen mit denen zusammen, wel-che ich damals mir bildete, als meine Phantasiemit der Vision im Coloffäum beschäftigt war,von welcher ich Ihnen erzählte, und sie wider-streben jenen Meinungen nicht, zu welchen michseitdem das kühle Urtheil und der gesunde, de-mnthige Glaube Ambrosio's geführt haben. DieLehre der Materialisten war für mich immer auchin der Jugend, eine kalte, schwere, trübe, uner-trägliche Lehre, die mir nothwendig auf denAtheismus hinzngchn schien. Wenn ich in denanatomische» Säle» mit Ekel das System desPhysiologen entwickeln hörte, wie sich die Mate-