338
higcn und Stolzen streitet Gott; aber den Dcmüthi-gen und Gebeugten gicbt er Gnade. — Der EngelIehovah tritt zu Elias und spricht: "Gehe mit ihmhinab, und furchte dich nicht vor ihm!" Welch einAuftrag dicö! welch eine Sendung! Zinn soll ergar mitten in das Heerlager seiner Feinde hinein,und dem grimmigen Löwen zu Samaria Auge inAuge den Orakelspruch des Himmels wiederholen.Aber das "Fürchte dich nicht!" seines Goltes hebtihn wie auf Adlcrsflügcln über alle Sorgen undBedenklichkeiten hinweg. Durch dieses Wörtlein fühlter stch in feuerfester, undurchdringlicher Rüstung.Freudigen Muthcs verlaßt er das einsame Gebürge,und eilt zur Seite des Hauptmanns der Königs-stadt entgegen. —
Wie ein Held, der unter dem Wehen der Sie-gesfahnen zu den Thoren einer eroberten Festungeinzieht, so betritt Elias die Residenz Samaria'S.Er weiß, daß er in dem zusammenlanfenden Volkeauf der Gasse nichts als erbitterte Feinde und Wi-dersacher sichet; aber er wandelt mit einer Hohheitund Majestät hindurch, die dem frechsten Lästererein Gebiß in's Maul schiebt, und den Leuten derge-stalt imponirt, daß auch nicht ein beleidigendesWort sich wider ihn anwagt. — Der König wälztsich ungeduldig auf seinem Lager, und fragt ein umdas andere Mal schäumend vor Wulh und Erbitte,rung, ob keine Botschaft noch von dem ausgcsandtenBanner angekommen sep. Siehe, da öffnet sich die