Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
323
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habe. Dieses freche, lügenhafte Wesen konnte Demnur ein Greuel scy», der cs alleinden Aufrichti,gen gelingen lasset!" Darum blieb Er stumm aufsein Gebet, wie ein Grab, und drückte ihm seineBitte unerhört in das falsche Herz zurück.

Nun gut denn, murmelt der König in bittererVerzweiflung vor sich hin, will denn der Herr nichthelfen, so helfe ein Anderer. "Kann ich dieGötter nicht beugen, rief einst jener Heide aus, sowill ich den Abgrund bewegen!" "Ihr Knechte,schreit Saul durch sein Lagerzclt, gehet hin, undsuchet mir ein Weib, die einen Wahrsagcrgcist hat,daß ich zn ihr gehe, und sie frage." »Siehe,lautet die Antwort, zu Eudor, da ist ein Weib, diehat einen Wahrsagcrgcist!" Sofort wirft Saulseine königliche Rüstung von sich, vermummt sich inein fremdes Gewand, und von zwcen seiner Dienerbegleitet, tritt er die verfluchte Greuel-Reise an.

Um Mitternacht trifft der König zn Endor ein.Man klopft an, die Thür der einsamen Klause öff-net sich, und das Weib erscheint. Saul trägt seinBegehren vor. "Ich bin gekommen, spricht er, daßdu mir durch den Wabrsagergcist weissagest. Bringemir herauf, den ich dir sagen werde." Aber dasWeib traut dem Handel nicht; konnte sie es dochmit königlichen Spionen zu thun haben. »Nein,spricht sic, du weißt wohl, was Saul gethan hat,wie er die Wahrsager und Zeichcudeutcr ausgcrottethat vom Lande. Warum willst du denn meine