Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
320
Einzelbild herunterladen
 

320

verachtet, und welchem man die Ehre nicht gebenwill. Solchen vermessenen Frevel laßt denn derAllmächtige auch nimmer «»gerächt. Wie ein Par-ket auf dem Wege lauert Er auf solche Abtrünnige;wie ein Bär, dem seine Jungen genommen sind,fällt Er über sie her, sie zu verderben.

Wie ging es einst dem Könige Saul, da er injenem Kriege mit den Philistern auf den vcrruchrenGedanken gcricth, sich in der Hütte der Zauberin zuEndor Raths zu erholen? Ihr kennt die Geschichte.Sie gehört hieher. Laßt uns einige Augenblicke dabeiverweilen. Tie Philister haben gegen Saul die Waf-fen ergriffen. Beide Armeen, die feindliche und dieisraelitische, stehen einander gegenüber; die crstcrebei Snncm, die andere auf dem Gebürgc Gilboa.Saul reitet selbst in'S Feld hinaus; aber kaum, daßer des feindlichen Heeres ansichtig wird, da entfälltihm der Muth, und sein Herz beginnt zu zagen.Wie kommt cs, daß dieser sonst so streitbare Heldjetzt so erblaßt, und die Fassung verliert, che nochdie Schwerter klirren? Ach, unter seinem Panzer,Hemde steht cs nicht mehr recht. Schuldgefühllähmt seine Lebensgeister. Das Gewissen- singt ibmschauerliche Lieder. Was hatte er verbrochen? Sei-ner Frevel war keine Zahl; aber was jetzt unterdem Geschmetter der feindlichen Trompeten ibmvorzugsweise vor die Seele trat, cs mvgte diesessepn. Als er vor Kurzem in einem Kriege gegenAmalck verwickelt war, da hatte der Herr ihm durch