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Sünder-Gefühl soll bleiben in der Seele, soll wach-sen, soll sich mehren. Der Bruch des Herzens darfnicht heilen, in Ewigkeit nicht; und der gebeugteNacken, nur in der Gerechtigkeit Christi, in keinerandern, darf er sich wieder aufrichten. Ter Grundunseres Höffens und unserer Zuversicht soll sepnund bleiben die Vollkommenheit des Bürgen, dieaus lauter Gnade die unsere ist. Dies Bewußtscyn,durch eine Zurechnung der Gnade in Christo voll-kommen zu seyu, wird dann auch die Quelle wah-rer Tugend, deren Kern die Dcmuth, deren Seeledie Liebe, und deren Ziel die Ehre Gottes ist. Tar-- um wolle nichts scyn in dir, durch dich, und fürdich selber. — Sprich du vielmehr mit deinemgottimligeil Säuger:
Hätt' ich der Engel Heiligkeit,
Ich legte ab das schöne KleidUnd wollt' in Jesum mich verhüllen!
und behalt' den Segen Mosis: »Dein Licht unddein Recht bleibe bei deinem heiligen Manne." —Wollte man in Israel Gottes Rath und Wil-len erkunden, so wandte man sich an den Hohen-priester, der dann vermittelst des Brustschildlcins imNamen Gottes Antwort und Bescheid crthcilte. Die-sen Umstand in's Auge gefaßt, erhält der Scgens-spruch Mosis wieder eine neue Bedeutung. Zuvör-derst sollen wir bei unscrm Herrn Christo lassen nn-sern Rath, und uns nicht zu unsern eigenen Rä-
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