Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
292
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feinere Formen gegossen scyn, nnd die Erfahrunglel'rt cs, daß der Unglaube an das feste prophetischeWort nur einem neuen Aberglauben in die Armeführe. Ist doch die Ahnung einer unsichtbarenWelt, wie das Bcdürfniß, in dieselbe cinzudringen,jedem Mcnschcnhcrzen unvertilgbar ciugeprägt. DerMensch aber, der cs verschmäht, sein Ahnen denAussprüchen der Schrift zu unterwerfen, und dieBefriedigung jenes Bedürfnisses in der göttlichenOffenbarung zu suchen, der wird unvermeidlich demReiche der Finstcrniß und der Lüge anhcimfallcn.Statt der Orakel zu Ekron und Endor haben wirheut zu Tage Hellseher und Somnambülcn, statt desdclpbischcn Dreifußes und des dodouischen Blattgc-sausels wenn nicht Kartenschlägcriuncn und Wahr-sager, deren Anzahl größer ist unter dem Volke, alsman meint, so doch Vorgeschichten, Anzeigen,Träume u. s. w., worauf man wie auf Göttcrsprü-chc trauet, und wovon mau die Ruhe seines Her-zens abhängig macht. Die Stelle der alten heidni-schen Mysterien vertritt eine Menge geheimer undverkappter Verbindungen, in deren mystischen Ne-beln Tausende die Aufschlüsse suchen, die sie ausder Hand des lebendigen Gottes nicht auuehincnwollen; und während man mit vornehmer Mieneüber die Zauberer der Vorzeit und ibrc Künstelächelt, verschmäht man cs nicht, entweder zu al-lerlei Amulctcn seine Zuflucht zu nehmen, denender Volksglaube geheimuißvolle Kräfte zuschreibt.