Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

schied daheim zu erleichtern, setzt er noch hinzu:«Gedenke, was ich dir gekhan habe!« und wirftihm mit diesen Worten gleichsam einen Widerhakenin die Seele, und nimmt ihn in eine geistige Haftdamit, der er so leicht nicht entspringen konnte.Dies »Gedenke« drückte ihm die bedeutsame In-vestitur, welche eben hinter dem Pfluge statt gehabthatte, und den großen Sinn derselben noch einmaltief in die Seele; wie ein Glöcklcin hing sich's ansein Herz, ihn daran zu mahnen, daß er fortannicht mehr sich und seinen Acltcrn, sondern einemAndern angchörc; wie eine Kette schlang cs sich umseinen Fuß, an der ihn der Thisbiter festhiclt, undwo er etwa in Versuchung gekommen wäre, durchdie Bitten und Thrancn der Seinigcn sich zurück-haltcn und binden zu lassen, so wäre ihm dieses»Gedenke« wie ein aufgehobener, warnender Fin-ger gewesen, und hätte ihm zu einem Schwerte die-nen können, um damit die Stricke, die ihn fesselnsollten, hurtig und entschlossen zu durchhauen.Aber in eine solche Versuchung kam er nicht. Seinältcrlichcs Hans war ihm nicht ein Netz noch eineFallgrube, wie wol manchen bekehrten Söhnen oderTöchtern ihre Familie schon gewesen ist. Sein Va-ter und seine Mutter waren ohne Zweifel fromme,gottesfürchtigc Leute. Ein geringes Opfer war csfreilich nicht, den treuen, liebenden Elisa, und in ihmwahrscheinlich ihren einigen Sohn nnd die Freudeund Stütze ihres Alters hinzngcben, und noch oben-

18 *