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Freunde, daß das öffentliche Predi'gtamt heut zuTage so ausschließlich an den Pastorenstand gebun-den ist, daß die Kanzel so zunftmäßig blos der so-genannten Geistlichkeit offen steht, und daß cs nichtmehr, wie in der ersten apostolischen Kirche, anchandern Leuten, als den studirtcn, gestattet wird, vorder Gemeine aufzutrcten. Ja, ich habe oft gewünscht,daß cs auch uns mögte vergönnt scyn, es je unddann mit unserm Priester-Rocke zu machen, wieElias mit dem seinen, und ihs dem oder jenem,ginge er auch hinter dem Pfluge oder säße er amWebcrstnhlc, über die Achseln zn werfen, und ihmunsere Stelle cinzuräumcn. Ich gestehe, daß ich imUmgänge mit manchem schlichten Handwerksmannemehr gehabt. Tieferes gehört, Besseres und Größeresvernommen habe, als zu den Füßen mancher Schrift-gelehrten und Pharisäer der sogenannten hohen Schu-len. Ich darf versichern, daß ich Professoren ge-funden habe an der Hobelbank, Doctorcn auf demNähtische, und Gelehrte, von Gott gelehrte, hinterdem Leisten, vor deren Weisheit, die sic selbst nichtkannten, die Weisheit Vieler, die in Büchern prangt,crröthen würde, und welche namentlich die Gabe derSchriftausleguug in einem Maße besaßen, wie ichsie in vielen gelehrten Compcndien und Eommcnta-rcn vergeblich suchte. Wie wäre es nicht lieblichund angenehm, dürften wir diesen Leuten zuweilenunfern Mantel Überwerfen, und uns durch sic ver-treten lassen. Habe ich doch auch schon solche ge-