Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
202
Einzelbild herunterladen
 

funden, denen es war, als müßten sie ans unsereKanzel steigen, um cs aller Welt verkündigen zukönnen, wie selig sie seycn in ihrem Herrn, und wieJesus so treu, so lieb und so leutselig scy. Und wiegerne hätten wir ihnen unscrn Lehrstuhl überlassen,und selber unten sitzen mögen, um an dem Reich-thum ihrer Gnaden-Erfahrungen »ns zu erquicken.Und wie wohl wären manche Gemeinen bcrathen,wenn auch Andere, als ihre studirtcn Miethlings-hirten, ihren Mund vor ihnen öffnen dürften. Nun,in der goldncn Zeit, auf die wir harren, wird cswol Jedem, dem der heilige Geist die Lippen salbte,wiederum gestattet scpn, die Kanzel zu betreten, undbis dahin gicbt's ja auch noch Kanzeln unter derKanzel, und Kirchlein in der Kirche, Familien, stilleBrüdcrkrcise und häusliche Vereine. Gott erwecke,bilde und berufe sich nur manchen Prediger imVolke, und manchen Meister im Verborgenen; undo was sähen wir wol lieber, als daß er unscrinVerglichen Lande einmal wieder einen Tcrstccgenschenken möchte; einen Mann, den Er selber inve-stirte mit dem Mantel des Zcugcnamtes und mitdemjenigen, in welchen Er uns Alle hüllen wolle,und ohne den ein jeder Prediger ein Miethling ist;ich meine den Mantel Seiner köstlichen Gerechtigkeit.

Wie cs einst zu dem Fischer Simon hieß:"Von nun an sollst du Menschen fangen!" so hießcs jetzt zu Elisa, indem Elias ihm seinen Mantelübcrwarf: "Von nun an sollst du Herzen pflügen!"