Sünde schmettert den Menschen darnieder; aber dasI,eilige Schämen, die innige und stille Beugung, dieso lieblich ist vor Gott, sie erfolget erst, wenn derHerr im sanften Sausen der Begnadigung hinzu-trat. '/Siehe, heißt cö Hcsekicl 16, ich will meinenBund mit dir aufrichtcn, daß du erfahren sollst, daßich der Herr scp, auf daß du daran gedenkest, unddich schämest, und vor Schande nicht mehr deinenMund aufthun dürfest, wenn ich dir Alles vergebenwerde, was du gcthan hast, spricht der Herr." Oja, wo solch' Gesäusel der unverdientesten Barmher-zigkeit uns anweht, da senkt sich der Blick zur Erde,der Mund verstummt, dem Erröthen ist nicht mehrzu wehren. Aber diese Schaam, in der keine Angstist, dieses Zittern ohne Furcht, diese Beugung vollerLiebe und Seligkeit, o wie lieblich ist sie demHerrn, welch' eine Weide für seine Augen. Diesist die Vlüthe der Christen, dies der Schmelzauf ihren Blättern, dies der Duft jener Lilien imThal, der Strahlenpunkt dieser geistlichen Edelsteine,der wunderbare Schimmer dieser Perlen Gottes.Schon in mancherlei Stellungen, meine Brüder,haben wir unfern Propheten gesehen. Wir sahenihn, angethan mit Kraft und Trotz, im Streitestehen, wie ein Lowe, der seine Mähnen schüttelt,sahen ihn im Sturme mit unerschrockener Stirn,wie einen Fels im Meer, der der Wogen undder Winde spottet. Aber schöner, liebenswürdiger,dünkt mich, erschien er noch nie, wie hier am Ho-
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