134
fällt dann dem Gaste schluchzend in die Arme,und seufzt aus unendlich beklommenem Herzen:"Freund, nieder in den Staub, und lassen Sieuns beten und ringen.« Sic beugen ihre Kuice,sie beten, sie umarmen sich, und der Gast eilt vondannen. Ter Prediger schließt sein Kämmerlein zn.Ten nächsten Sonntag heißt cs, dem Prediger scynicht wohl, er werde nicht austrctcn. Ten Sonntagdarauf eben so. Am dritten Sonntage erscheint derPrediger abgehärmt und bleich, aber mit freude-strahlendem Auge wieder vor der Gemeine, und er-öffnet seine Predigt mit der überraschenden und er-greifenden Erklärung, erst jetzt sey auch er durchdie enge Pforte hindurchgcdrungen. Was ihm denndie Wochen über in seinem Kämmerlein widerfahrenscy, fragt ihr? Es ging ein Sturm an ihm vor-über, aber der Herr war nicht im Sturme; einErdbeben, aber der Herr war nicht im Erdbeben;ein Feuer, aber der Herr war nicht im Feuer.Tann kam ein lindes sanftes Sausen: da hüllte derMann sein Antlitz in den Mantel, und von nunan wußte er, was Evangelium scy, und Gnade.
Sobald sich der Herr im linden Sausen un-serm Propheten nahete, vcrhükcte er sein Antlitz,und sank, selig hingeuommcn, zn seinen Füßen inLen Staub. In diesem Umstande malt sich die in-nere Stellung begnadigter Gotteökinder. Sie wan-deln alle vor dem Herrn mit verhülltem Angesichte.Tas Gesetz erfüllt mit Angst, die Erkenntm'ß der