Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
120
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nigstens seinem nächsten Sinne nnd Endzwecke nach,gedeutet zu haben. Daß so vielen Auslegern,obwohl sic gläubig hinzutratcn, diese Geschichte einRäthsel geblieben, erklärt sich sehr einfach ausden übertriebenen, oder, laßt mich lieber sagenunrichtigen Begriffen, die sie sich von der Hei-ligkeit unsers Propheten machten. Sic sahenin ihm ein Wesen, das einer menschlichen Irrungnicht mehr fähig gewesen wäre, und aus dem Gleisegöttlicher Einfalt, und stiller, kindlicher und zweifel-loser Hingebung an seinen Herrn nicht mehr hätteverrückt werden können. Aber Elias »war einMensch, wie wir,» sagt Jacobus. Auch er wardes adamitischcn Erbtheils noch nicht ohne, undnicht in seiner Vollkommenheit, sondern in sei-nen Gebrechen liegt der Schlüssel zu dem Wnndcr-act, womit ihn der Herr auf Horeb begnadigte.Aber was mußte dem ohnerachtet dieser Elias füreine majestätische Seele seyn, daß zu seiner Zurecht-weisung und Belehrung gleichsam Himmel und Erdesich bewegen, die Felsen reißen, die Berge stürzenmußten, und wie mußte der große Gott ihn liebhaben, daß er solch' einer Herablassung ihn würdigte.

Bevor ich nun unsere Betrachtung schließe, mogteich euch noch auf zwei Punkte aufmerksam machen,die einer näheren Beachtung wohl wcrth sind. Dererstcre betrifft die historische Wahrheit des großenAuftritts am Horeb, und wenn ich gleich voraus-sctzen darf, daß cs in dieser Versammlung Niemau-