Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
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sieben, und wir über getäuschte Hoffnungen odergescheiterte Unternehmungen unsere Klaglieder mur-meln, so kann uns der liebe Gott keinen heilsamer»Dienst erweisen, alö wenn er uns die Gebrechen,Fehlgriffe und Sünden aufdcckt, wodurch wir un-fern Jammer selbst verschuldet haben. Geschieht diesnicht, so laufen wir allerdings so leicht Gefahr, irrezu werden an unserm Gott ohne Ursache, und miß-trauisch gegen seine Liebe und Treue. Ruckt Er unsaber unsere Schulden unter die Augen, so hat c'smit jenem Irrewerden so leicht nicht Noth. DasGefühl der eigenen Schuld ist das beste Präservativgegen jenes Niercnstcchen, über welches Assapheinmal zu klagen hat in seinen Psalmen, und dasprobateste Gegengift gegen Zweifel aller Art, undgegen jene mißmuthigen, unartigen Klagen, womitwir oft so bitter über die Dunkelheit der Wege Got-teS uns beschweren können. Da lernt man fein zufrie-den und genügsam seyn, daß man schon herzlich frohund dankbar ist, wenn der liebe Gott nur eine»Schimmer von Vergebung, nur einen Strahl vonSchächersgnade wieder leuchten läßt, und begehretweiter nichts, sondern legt sich fein still und sauftgebeugt zu seinen Füßen nieder, und jedes Murrenläßt sich friedlich auf in dem Bckeuutuiß:Du,Herr, du bist gerecht; ich aber stehe schaamroth!Was machst du hier?" Mit dieser Gottcs-frage ist schon manch' Einer auf's Tiefste erschreckt,auf's Heilsamste erschüttert worden. Wie furchtbar

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