hier ist Bethel, hier ist nichts anders, denn GottesHaus. Hier wohnt ein priesterlich Geschlecht, ge-hustet in die Schönheit des Allerhöchsten. Hohe, un-sichtbare Gäste gehen ein und aus zu diesen Hütten,und die ewige Liebe breitet ihren Fittich dstüber.
Der Engel, den Schlummernden weckend mit lei-ser Hand, spricht zu ihm: »Stehe auf und iß.» —Der ermüdete Pilger mochte wohl der Labe sehr be-dürfen. Er empfand aber das Bedürfuiß nicht, son-dern lag so dahin, ohne an Speise und Trank auchnur zu denken, und musste erst von außenhcr durcheinen Engel zum Essen aufgcfordcrt werden. — Aehn-lichcs widerfährt uns mitunter geistlicher Weise, un-ter dem Dornbusch der Trübsal und in der Wüsteder Anfechtungen. Da mögte die arme Seelemanchmal auch schier HuugcrS sterben, und thäteihr nichts so dringend Noth, als Wort Gottes, unddoch brütet man so dahin, und fühlt nicht Hungernoch Durst, und greift darum auch nicht zu, wiereichlich der Tisch auch gedeckt ist. Kaum schlägtman die Bibel auf, zu Kirche und Gemeinschaft istkein Zug, nach Predigten und andern: Zuspruch keinVerlangen. »Was wird's helfen?» denkt man.Man verschließt sich zwischen seinen Wanden, undüberläßt sich seinem Jammer. Trauriger Zustanddas; doch versehe man sich alsdann nur nicht ansolchen Seelen, und wolle sic mit dem gewöhnlichenMaaße nicht messen. — Christen, die so tiefe Vcr-nichtigungs- und Beraubungsgänge nicht gegangen
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