Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

Wo sich die Welt dir verschließt, da öffnen sichdir die Himmel, und wo die Knie dir sinken, dagreifen dich allmächtige Arme. Wunderbares Ge-misch von Armseligkeit und Hoheit im Stande derKinder Gottes. Wenn ich euch fragte, wo dochdie ehrwürdigsten Stätten sepen auf Erden, und diebedeutsamsten Plätze in der Welt, wohin würdet ihrmich weisen? Tahin der Eine, wo die geweihtenKuppeln der Tome sich wölben, der Andere dahin,wo von Majestät umflossen die Zinnen der Königs-schtösser ragen. Ter würde sie verlegen in die Hal-len der Weisheit und des Wissens, Jener in dieglänzenden Säle, wo der Ncichthum und die Kunstalle Herrlichkeit der Welt zusammcntrugcn, um aufErden die Herrlichkeit des Himmels nacbzubildcn.

-Ich halte anders von der Sache, und meine,

sie sepen da, wo eine Magdalena weinend zu denFüßen Jesu liegt, oder ein armer Schächer freude-trunken daherjauchzt:Mir ist Barmherzigkeit wider-fahren!" wo ein Lazarus wohnt, ein Mensch geliebtvon oben her, oder eine Martha und Maria, dienoch für einen Tritten ihr Tischlein decken dürfen,der unsichtbar bei ihnen zu Gaste gehet. Ta, dünktmich, stehen die Wohnstätten, an deren Schwellencs heißen dürfte:Zeuch deine Schuhe von denFüßen!" und bei deren Anblick ein Schauer derEhrerbietung uns ergreifen sollte. Und wärcn'sauch nur Wände von Lehm, und Tächlcin vonStroh, und pfiffe der Wind durch die Fenster,