Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

sind, können sich freilich übel darin finden, wennSulamith so schwarz ist, oder werden leicht verlei-tet, ans einen solchen Krenzträger, an dem so garnichts Gesalbtes und Lebendiges mehr zu schanen ist,ja das Gcgenthcil schier, mit dein Gesetze, etwa mitdem vierten Gebote oder einem andern, loszugchen,oder wohl gar sie gänzlich über Bord zu werfen,und wissen doch nicht, was sic thun, und bedenkennicht, wie weit in einem Menschen die neue Creatursich oft zurückzichcn, vermummen und verbergenkann. Es ist in der Tbat kein begehrenswcrtherStand, wie heilsam er auch sepn mag, in Gefahrscun, HungerS zu sterben, und das Herz bat dochweder Math noch Lust zum Essen, und die Zugängeder Scclc sind verrammelt und verriegelt. DieseRiegel vermag dann allein der Herr hinwegznschie»bcn, und Er thut's auch schon wieder zu seiner Zeit.Ebe man sich's versieht, wird man von Jemandemangcrnbrt, cs flüstert uns Einer in die Seele:Stehe auf, und trink,-- und Hunger und Durstsind wieder fühlbar da. Mit ihnen das Vertrauenzur Speise, das Zugreifln und Genießen. DieBrunnqucllcn im Thale werden wieder aufgcsncht,das köstliche Manna auf der Wüste begierig zusam-mengelcstn. Bibel und Gesangbuch sind wiederwillkommene Gaste, die Kirchenglockcn klingen wie-der hell und lieblich; das Schäflein geht auf'sNeue seiner Weide nach, und der Schmetterling hatdas düstere, öde Puppengehänse wieder verlassen.