Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
46
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Mas starb nicht. Sein Stnndlein war nachnicht vorhanden. So blieb seine Bitte also uner-hört, und doch auch wieder nicht. Nach Ruhe sehntesich der Prophet. Ruhe sollte ihm werden; aber nichtder Engel des Todes, dessen freundlicher Bruder solltesie ihm znfächcln. Ter Schlnmnier breitet seinen sanf-ten Fittich über ihn her. »Er legte sich und schliefunter dem Wachholdcr!" Nun war cs ja einer-lei, wo er lag, auf seidenem Polster, oder im Haidc-krant, unter einem Dornbusch, oder im Kömgszclte. Die Last des Lebens war ihm abgenommen, derFriede barg ihn unter seinem säuselnden Gefieder,der Wachholdcr wehte ihm angenehme Kühlung zu,die innerlichen Stürme schwiegen, Harm und Un-gemach waren auf und davon, die quälenden Ge-danken gingen in süßen, goldenen Träumen unter,und Leib und Seele erholten sich königlich im Armder Ruhe. Solche Pausen von der Arbeit erfah-ren die Krcuzträger alle. Auch mitten in derWüste weiß der liebe Gott uns wohl ein Schlaf-kämmcrlcin anszuthun, und cs pfeift der Sturmnicht ohne Unterbrechung fort; che wir'S uns ver-sehen, tönt auch wieder ein Wiegenlied dazwischen,und die Last unserer Schultern liegt für einen Mo-ment gleichsam als Kiffen unter unserm Haupt,darauf wir sänftlich schlafen und neue Kräfte sam-meln. Da sendet uns der Hüter Israels bald denleiblichen Schlummer in unfern Thräncnwinkcl, mitseinem Palmcnzweiglcin; und o, welch' ein lieber