Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
42
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Wachholder mit den Fenerpfeilen mancherlei schreck-licher Zweifel, grausenhafter Einflüsterungen undentsetzlicher Gesichte wird zugesctzt haben, so wirdcs uns vollends begreiflich, daß der tapfere Heldso verzagen, nnd in tiefster Schwermnth und Zer-rissenheit der Seele, ja, in einer Anwandlung vonbittcrm Unmnth in den Himmel schreien konnte:Es ist genug, Herr! So nimm nun meine Seelevon mir: denn ich bin nicht besser, denn meineVäter!"

Dergleichen Gebete jedoch, die mehr im wildenBrande fleischlicher Leidenschaftlichkeit, als in demheiligen Feuer des Glaubens gen Himmel wirbeln,und welche nicht der sanfte Fittich einer friedsamenHoffnung, sondern der Sturm des natürlichen Af-fekts zu Gott cmporträgt, pflegt der Herr nicht zuerhören; nnd dadurch, mogtc ich sagen, erhörtEr sic, der Barmherzige, wie wenig sie einer sol-chen Erhörnng würdig sind. Die Erfahrung lehrt,daß der Herr die Seinen nicht gern in Uebcrdrußund Mißmuth ihren Lauf beschließen läßt. Wie wildnnd heftig auch in ihrem Leben die Stürme tobten,in der Regel wird vor dem Hafen noch der Him-mel wieder blau, das Wetter heiter; wenn draus-sen nicht, so doch drinnen, im Grund des Herzens.Gebt acht, ihr zerrissenen, schwcrmnthsvollen See-len, euer Ständlein wird nicht schlagen, es habeeuch denn der Herr zuvor mit seiner Führung ans-gcsöhnt, nnd euch das freudige Bckcnntniß abgcnö-