Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
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Freilich, keine Harmonie, und doch mitten in derDissonanz die heiligste», die süßesten Töne, die denSaiten einer menschlichen Seele entschweben können.Sein Gebet war nicht jenes friedsam-heitere einesSimeon: "Nun, Herr, lassest du deinen Diener inFrieden fahren!" noch auch das klare, besonnene,sehnsuchtsvolle eines Paulus: »Ich habe Lust abzu-schcidcn und bei Christo zu scyn!" Aber eben sowenig war es doch auch jenes unmuthsvolle underbitterte eines Jeremias:Verflucht sey derTag, darin ich geboren bin!" und wie dieseschneidenden Töne weiter klingen; eben so wenig dasheftige und tumultuarische eines Hiob:Ter Tagmüsse finster scyn, darinnen ich geboren bin, undGott von oben herab müsse nicht nach ihm fragen,und kein Glanz über ihn scheinen!" Die Stim-mung Elia war eine aufgelöstere, eine weichere, unddarum so unselig nicht, wie diejenige, ans welcherdas entsetzliche Geschrei jener beiden Haderer hcrvor-ging. Freilich klingen auch durch seine Seufzerdie Mißtöne eines bitteren Uumuths über die ver-lorne Arbeit und die getäuschte Hoffnung vernehm-bar genug hindurch; aber zugleich athmcn seineWorte eine Wehmuth weinender Liebe um das armeVolk, und eine heilige Trauer um den Verfall desReiches Gottes, worin uns der thcure Gottcsknechtin der lieblichsten Verklärung gleichsam wieder zu-rückgegebcn wird. Allerdings murmelt uns aus sei-nem Gebete etwas an, daö einer Anklage gegen