Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
10
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er allemal gerade das, was die aiigcbelclc Hciden-tochtcr spielend auS ihm mactite. Durch die Liebeunter ihren Einfluß verlaust, hatte er bald den letz-ten Rest von männlicher Selbstständigkeit cingebüßt,und che er sich's versah, war seine Persönlichkeit inderjenigen seiner stolzen Gebieterin dergestalt uutcr-gegangen, daß er nur mit ihren Ohren mehr hörte,mit ihren Augen sah und mit ihrem Herzen em-pfand und dachte.

Solcher durch Liebe oder Verehrung an irgendeinen menschlichen Einfluß verhandelten Leute giebtes ein großes Heer auf Erden. Die Ketten, mit de-nen der Fürst der Finsterniß die Menschen an seineJoche und Fabncn ststgejchmiedct hält, sind ja nichtimmer die gröberen des Lasters und der Gemeinheit.Tausende von Seelen sichert er sich und der Hölledadurch, daß er sic mit den Blumengewinden einerzärtlichen Zuneigung an Personen knüpft, die ihrePartie ergriffen und mit Entschiedenheit sich auf dieSeite der Feinde Gottes und deS Kreuzes geschla-gen haben. Sep nun die Eltern- oder Kindesliebedas Band, oder heiße Freundschaft die Kette, oderLiebe der Geschlechter; genug, che der Mensch esdenkt, ist er ein Meuscheukuecht, ein Gefangenernach dem Geiste. Der geliebte Gegenstand beherrschtihn mit unwiderstehlichem Einfluß, bildet ihn unver-merkt und ohne Mühe in seine Denk- und Ansichtö-wcise herüber, führt an Lcitzügcl», die gewöhnlich«in so stärker sind, je zarter und verborgener sie