Die Natur der Thälcr.
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Breite, und während man nördlich an einem kleinen Flüß-chen hinauf nach Angrogne und Serre steigt, verfolgt mansüdlich den Pelis bis Bo bi, der äußersten größeren Besitzungder Waldenser. Schon der Eingang in dieses Thal ist höchst anmu-thig und vielseitig, denn bald begegnet der Blick nackten Felsen, dieauf den Vorübcrwandernden herabzustürzcn drohen, bald schönbewachsenen, von verschiedenen Baumarlen schwarz gefärbtenBergen, bald, je mehr sich das Thal öffnet, einer grünen,durch allerhand Anpflanzungen belebten Fläche, und endlich mitxder neuen Verengung, dem rauschenden schnellen Pelis entge-gen, einer wild romantischen Bergschlucht. Bei Bobi ist derWluß zwar leicht überschreitbar, aber so klein er auch scheint,richtet er oft große Ueberschwcmmungen an, und erst durcheine Vormauer, welche die für die Waldenser besorgten Eng-länder erbauen ließen, ist dem jährlichen Unheil abgcholfenworden, in welchem oft Menschen beim Häuserumsturz ihr Lebenverloren. Merkwürdig ist in diesem, alles schöne umschließen-den Thale ein 7si)lbiges Echo. Unter den mancherlei Figuren,welche herabgcstürzte Fclsmassen bilden, machte mich der gc-müthliche Pastor auch auf ein Feldstück aufmerksam, das vornicht langer Zeit in der regelmäßigen Form eines Grabhügelssich losgerissen und bei heftiger Erschütterung bis zur Nähedes malerischen, langgcbautcn Dorfes herabgcstürzt war. Be-schwerlich ist der Weg über das Gebirge, um in das Mar-tinsthal zu gelangen, und ohne einen sicheren Führer gefähr-lich. Bei lebhaftem schritte und geringer Ruhe gelangten wirin fünfstündigem Steigen, einem kleinen rauschenden wassersallrci-jchen Bach entgegen, auf gekrümmtem Pfade zum unfruchtbarenMorgipfel des Berges, und nach einer kleinen Erfrischung in demgemeinschaftlichen Milchhäuschcn mehrerer Bewohner Bo-bis, stiegen wir unter manchen gegenseitigen Fragen überdie ländlichen Sitten den Gipfel hinauf. Wie groß das^Vertrauen der Waldenser zu einander ist, erkannte ich auchhier wieder, denn jeder der Anthcilhabcr an diesem Milch-Häuschen, oder der Bekannten nimmt sich, wenn auch der Ver-walter nicht gegenwärtig ist, so viel Butter und Milch, alsihm beliebte, aus dem großen Vorrath, und bemerkt nur aneiner dazu aufgchängten Tafel das Quantum. Oft wendeteich den Blick in das wilde Thal zurück, oft auf die zur Rech-ten gegenüberliegenden Schneebcrge, in deren Mitte der MonteWiso kcgelähnlich über einen niedrigeren Nachbarn her-vorragt, oft auf den südlich cmporstrebenden, schneebedecktenBerg, an dessen südlicher Seite der Po ins Thal hinabsiürzt.