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Fortsetzung.
in allerhand Kunstfertigkeiten, denn dadurch, daß dicWaldcn- Hfer, bei eigentlichem Geldmangel auf Sclbstbcarbcitung ihrer tnächsten Bedürfnisse gewiesen sind, haben sic sich manche me-chanische Fertigkeiten angccignct. Gründet die Mutter in denzarten Herzen die Liebe zum Christcnthum durch frühe Erzäh-lungen der biblischen Geschichte, so fügt der Vater den Keimder Vaterlandsliebe hinzu durch die Erzählung der Geschichteihrer Vorfahren, und man bewundert das treffliche Gedächt-nis, welches die Tradition der Väter so treu bewahrt hat.
Leider streifte die gesteigerte Vaterlandsliebe schon an einengewissen Nationalsiolz, den ich sehr oft durchblicken zu sehenGelegenheit fand. In dem ganzen Familienleben herrscht ne-ben dem Gemächlichen auch ein fröhlicher Ton, fröhlich gehtder Vater mit anbrcchendcm Morgen an die Arbeit, nachdeman manchen Orten ein Familiengottcsdicnst vorangegangenist, und singend und pfeifend kehrt er am späten Abend in dieBehausung zurück, wo seiner ein einfaches Mahl und fröh-liche, gesunde Kinder harren, die oft auch weit ihm cntgcgcn-gehcn und sich um die Abnahme seiner Geräthe drängen.
Nie vergesse ich die zarte Behandlung der Gatten, abgesehenvon dem schönen Beispiele einer ältern Prcdigcrfamilie imThale Luccrn c, in einer armen Familie, die wir schwerlich oftin unfern sogenannten gebildeten Ständen wiedcrfinden möchten, .nie die zarte mütterliche Liebe, die einem gegen 80 Meilen ab-wesenden Sohne durch mich ein kleines Blümchen mitzusen-den wünschte, mit dem Zusatze: er wird sich kindlichfreuen, nie die gewiß wohlthuende Liebe der Kinder zuLen Eltern in einer anderen. — Fast alle Waldenser ha-ben eine natürliche Anlage zur Musik, die Knaben auf den HBergen singen mehrstimmig, ohne cs erlernt zu haben, und der )
Gesang ist fast immer der Begleiter der Arbeit. Leider wird ''
diese Anlage fast gar nicht gebildet, denn in den Schulenwird zu wenig dafür gcthan, und selten findet man irgendein Musikinstrument, nicht einmal ein Horn bei den auf denBergen lebenden Hirten. Selbst die höheren Stände schei-nen von diesem Mangel nicht ausgeschlossen zu sein.
Nicht die Menschen allein, sondern auch die Natur hathier etwas Anziehendes und Vielseitiges. Da wo der Pelis(Police) und Cluson (Clusonc) sich einigen an deröstlichsten Spitze der Waldenser Besitzung, beginnen die Bergesich zu erheben, welche den erstcrcn Fluß und das LuzernerThal cluschlicßen. Das anfangs engere Thal erweitert sich,che cs sich thcilt, vor La Tour zu einer halbstündlichen >