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Die Waldenser in unseren Tagen : ein Beitrag zur kirchlichen Statistik
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Armem und Krankcn-Pflcge.

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ler nicht allein genug, sondern erlauben ihnen selbst noch dieAusfuhr nach der Hauptstadt Piemonts (denn mit dem benachbar-ten Frankreich treten sic höchst selten in Verbindung), so daß ihreBetriebsamkeit eine gewisse Wohlhabenheit zur Folge hat, diesich zwar nicht im baarcn Gelbe zeigt, wohl aber in der Ver-besserung ihrer Bcsitzthümcr. — Die Armen- und Kran-kenpflege erscheint in einem besonders schönen Lichte, dennnie stößt man in den Thälern auf einen Bettler, welche sichin dem übrigen Italien dem Reisenden so unverschämt auf-drangcn, ja das Betteln ist ihnen eine unerhörte Schande.Den unschuldig Verarmten wird von Seiten der Commune innur kleinen Gaben geholfen, um durch zu viel nicht zu scha-den, vielmehr die Thätigkeit zu erhalten; ja dicWohlthatigkeitder Waldenser ist so bekannt, daß die katholischen Bewohnerder Lhalcr sich lieber an sie, als an ihre Glaubensgenossenum Unterstützung wenden. Kranke und Unheilbare werden indie beiden neu errichteten Hospitäler gebracht, zu La Tourfür das Thal Lucerne, und zu Po mar et für das ThalSt. Martin, mit deren Gründung zugleich dem Unwesengesteuert ward, daß kranke Waldenser, um in ein königlichesHospital zu kommen, ihren Glauben abschwörcn, oder aufdem Todtenbckke sich wenigstens der Bekchrungssucht der Prie-ster aussctzen mußten. Durch die Unterstützung der Schwei-zer Protestanten und einer Collccte in den evangelischen Staa-ten 1823, zu der der preußische die Hauptsumme lieferte,wurden die Waldenser in den Stand gesetzt, ein unfernder Stadt La Tour gelegnes Haus erstehen, und zueinem Krankcnhause cinrichten zu können. Es ist dies ein Ge-bäude von 8 Fenstern Lange, in dem 3 Krankenzimmer, jedesmit 4 auch 5 reinlichen Betten, sich finden; umfaßt die Woh-nung der Pfleger und des Chirurgen; hat nach der Sonnen-und Gartenseite hin eine Gallerie und einen kleinen Saal zubesondern festlichen Versammlungen. In dem letzteren fandich die Büste und das Bild »nsers Königs und die des sar-dinischcn Carl Felix (der die Erlaubniß zur Erbauung desHospitals gegeben), die Büste des Kaisers Alexander vonRußland, ein Bild Georgs IV. von England, WilhelmsKönigs der Niederlande, und unter unscrm Könige das Bild