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Erwerbzwcige.
in's Gesicht, wenn sie ihre Pflicht vernachlässigt haben; imklebrigen vcrtheidigcn sie dieselben gegen Fremde, wie ich esselbst einmal hörte. Die Vorgesetzten indessen gehen freund-lich mit den Untergebenen um und erholen sich öfters bei die-sem oder jenem Verständigen Rath. — Die Erwerbszweigeder Waldenser sind sehr ausgebreitct mannigfaltig, da ihnenseit 1816 erlaubt ist, nicht allein alle Künste und Handwerkezu betreiben, sondern auch einen Pharmaceuten, Feldmesserund Chirurgen zu haben, wenn sich diese nemlich den vorge-schricbcncn Prüfungen und Gesetzen unterwürfen. Ausge-schlossen sollten sie nur von allen den Stellungen bleiben, zudenen der Doctorgrad erforderlich ist, weshalb denn auch ei-nem jungen Dr. der Mcdicin, Monnct zu St. Germain,der in Frankreich promovirt hat, die Ausübung der Praxisuntersagt ist. Doch würde sich, wie mir der preußische Ge-sandte, Graf vonWaldburg-Truchseß, welcher sich stetsder Waldenser auf das Eifrigste annimmt und von den Thal-leutcn sehr geliebt ist, versicherte, bei der neuerdings günstigenLage seine Anerkennung wohl durchsetzen lassen, wenn ersich einem neuen Examen in Turin unterwürfe. Die Nochdes engen Raumes bei der steigenden Bevölkerung hat dieWaldenser gezwungen, nicht allein jeden nur möglichen Platzzur Benutzung aufzusuchen, so daß man jeden Ort im hohenGebirge, der hervorzubringen fähig ist, passend angebaut fin-det, sondern auch die Erzeugnisse ihrer Lhalcr recht zu würdi-gen, um aus dem Unscheinbarsten noch etwas zu machen.Man stößt daher an den Gipfeln der Berge auf einzelneHütten zur Zubereitung des weitvcrscndcten Böttchcrholzcs,oder Stcllmachcrbcdarfs, oder der Käse, die man in Piemontden Schwcizerkäsen gleichstes, und hie und da auf Stein-brecher, beschäftigt, die 1—2 Zoll mächtigen Gncißkafelnzum Decken der Häuser, zu Tischen, Stufen rc. hcrauszusondernund zu bearbeiten; in den Thälern auf Arbeitsstätten mancher-lei Art, um den Fabriken zu St. Germain und La Tourvorzuarbciten. Ihre Arbeiten liebt und kauft man in Turin,wo sic die Haupkniedcrlagc haben, am meisten, weil sie fürbillig und gut bekannt sind. Viehzucht, Wein-, Walzen- undKartoffclbau neben Obstzucht geben den Bewohnern der Thä-